Editorial

Zielpreisvereinbarungen als Alternative


Claudia Mittmeyer

Nachdem das Landessozialgericht Baden-Württemberg den AOK-Rabattverträgen die Rote Karte gezeigt hat, werden die Karten an anderer Stelle neu gemischt. Denn die AOKs müssen jetzt nach einem Ausweg aus dem Dilemma suchen, wollen sie doch bis Ende dieses Jahres noch erhebliche Einsparungen im Arzneimittelbereich realisieren.

Und so wird nun mit den Zielpreis­vereinbarungen ein Einsparmodell ventiliert, das bislang bei der Krankenkassen – und auch bei der AOK – mehrheitlich auf taube Ohren gestoßen ist. Erste Sondierungsgespräche zwischen dem Deutschen Apothekerverband und der AOK haben diesbezüglich bereits stattgefunden. Wie es weitergeht, bleibt abzuwarten. Insbesondere hinsichtlich der praktischen Umsetzung im Apo­thekenalltag wäre die Verein­barung von Zielpreisen zwischen Krankenkassen und Apotheken jedenfalls als patientenfreundliche Alternative zu den Rabattverträgen sowohl für die Apotheker als auch für die Verbraucher ein Gewinn.

Doch worauf man sich letztlich auch verständigen wird, eines ist sicher: Das Thema Rabattverträge wird die Apothekerinnen und Apotheker weiterhin begleiten. Auch die diesjährige Wirtschafts-Interpharm in Stuttgart greift das Thema auf. Angesichts der jüngsten Entwicklungen ist es dabei besonders interessant, dass am Forum „Rabattverträge – Ärger ohne Ende oder Alternativen in Sicht?“ mit Dr. Christopher Hermann der Doyen der AOK-Rabattverträge teilnimmt. Man darf sich auf eine spannen­de und aufschlussreiche Diskussion freuen.

Deutscher Apotheker Verlag

AWA -Redaktion

Claudia Mittmeyer

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2008; 33(06)