Claudia Mittmeyer
Monatelang hat er Politik, Finanzwelt und Mitarbeiter in Atem gehalten: der Übernahmepoker von Porsche und VW. Nun ist mit dem Rücktritt des langjährigen Porsche-Chefs Dr. Wendelin Wiedeking zunächst ein vorläufiger Höhepunkt erreicht.
Welche Faktoren für das Scheitern der angestrebten Übernahme von VW durch Porsche letztlich maßgeblich waren, ist ausgesprochen komplex. Fakt ist jedenfalls, dass ein eigentlich „gesundes“ Unternehmen wie Porsche sich beim Griff nach den Sternen finanziell übernommen hat. Nicht ganz unwesentlich war jedoch neben dem finanziellen Aspekt wohl auch, dass hinter den Kulissen ein überaus emotional geprägter Machtkampf geführt wurde.
Auch wenn sich eine Apotheke sicher nicht mit einem Unternehmen wie Porsche vergleichen lässt, so kann man doch gewisse Erkenntnisse aus dem Szenario ziehen. So etwa, dass jegliche Expansion bzw. Übernahme – Stichwort Filialisierung – sorgfältig analysiert und gut geplant sein will sowie insbesondere auf soliden finanziellen Grundlagen aufbauen sollte.
Der Entscheidung pro Filialisierung als strategische unternehmerische Herausforderung muss stets ein langfristiges Unternehmenskonzept zugrunde liegen, bei dem die wirtschaftliche Analyse im Vordergrund steht. Denn aus kurzfristigen, aktionistischen oder emotionalen Motiven zu filialisieren, ist mit Sicherheit der falsche Weg – der nicht selten zu einer dauerhaften wirtschaftlichen Belastung wird. Und bedenken Sie: Mit einer Abfindung von 50 Millionen Euro können Sie leider nicht rechnen, sollten Sie zu hoch gepokert haben.
Deutscher Apotheker Verlag
AWA-Redaktion
Claudia Mittmeyer
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2009; 34(15):2-2