Editorial

AWA-Rückblick: Nachrichten in aller Kürze


Claudia Mittmeyer

  • Eine umfassende Reform der Preisbildung für Arzneimittel hat sich Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) vorgenommen. Im Fokus stehen dabei die Innovationen, deren Preise zukünftig nicht mehr allein von den Herstellern festgelegt werden sollen. Auch die CDU zeigt sich mutig gegenüber der Pharmaindustrie und will diese mit einem „Pharma-Soli“ an der Finanzierung des Gesundheitswesens beteiligen. So soll der Herstellerrabatt von derzeit 6% auf 16% erhöht und Preiserhöhungen für die Dauer von drei Jahren verboten werden.
  • Innerhalb der CSU ist man sich offenbar nicht einig über die gesundheitspoliti­sche Richtung. Während der Bayerische Gesundheits­minister Söder im Interview mit der Bild am Sonntag die – in der CSU-Diktion als Kopfpauschale bezeichnete – Gesundheitsprämie katego­risch ablehnte und die Arbeit der erst kürzlich eingesetzten Reformkommission für bereits erledigt erklärte, verbat man sich in Berlin die Störfeuer aus dem Süden. CSU-Landesgruppenchef Friedrich forderte Respekt vor den Koalitionspartnern und betonte, dass der Koalitionsvertrag eingehalten werden müsse.
  • Der Anteil weiblicher Beschäftigter in den Apotheken liegt bei 88% – dar- auf wies die ABDA anlässlich des Weltfrauentags am 8. März hin. Zwei Drittel der approbierten Mit­arbeiter sind Apothekerinnen und nur ein Drittel Apotheker.
  • Unter der schlampigen Arbeit eines Steuerberaters muss letztlich der Mandant leiden – das hat der Bundesfinanzhof (VI R 58/07) klargestellt. Er lehnte den Antrag einer Frau, beim Finanzamt nachträglich Zahnarztkosten in Höhe von rund 35.000 € geltend zu machen, mit der Begündung ab, dass grobes Verschulden vorliege. Dies wurde sowohl der Mandantin als auch ihrem Steuerberater angekreidet: Der Verantwortung für die Richtigkeit einer Steuererklärung könne sich niemand entziehen, indem er die Ausarbeitung einem Berater übertrage. Dieser müsse jedoch von sich aus nach relevanten Krankheitskosten fragen.
  • Was zu Zeiten der Großen Koalition Konsens war, will man bei der SPD heute nicht mehr mittragen: Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert, die von seiner Parteifreundin Ulla Schmidt eingeführten Zusatzbeiträge in der GKV abzuschaffen und die paritätische Finanzierung durch Arbeit­geber und Arbeit­neh­mer wiederherzustellen.
  • Nun wird auch vom Verbraucherzentrale Bundesverband eine Kürzung des Apothekenhonorars vorge­schlagen – als Alternative zur wettbewerblichen Freigabe des Arzneimittelvertriebs.

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2010; 35(06):2-2