Claudia Mittmeyer
„Apotheken-Skandal: Miese Masche mit Krebsmedikamenten“, „Vorwurf der Korruption: Ärzten und Apothekern drohen Strafverfahren“ oder „Stiftung Warentest: Apotheken viel schlechter als ihr Ruf“ – in den öffentlichen Medien wurde zuletzt wirklich kein gutes Haar an den Apotheken gelassen.
Mag das dabei häufig gezeichnete negative Bild des Apothekers beim Abrechnungsbetrug mit Zytostatika-Rezepturen in den betreffenden Einzelfällen durchaus zutreffen, so hätte man sich im Fall des Apotheken-Checks der Stiftung Warentest doch eine differenziertere Berichterstattung gewünscht. Insbesondere die Tatsache, dass bei dem Test vor allem die Versand- und nicht die Präsenzapotheken schlecht abgeschnitten hatten, fand oftmals nur am Rande Erwähnung.
Bleibt zu hoffen, dass bei vielen nicht nur die negative Kernbotschaft gedanklich haften bleibt. Denn dass die Patienten die Apotheke vor Ort durchaus zu schätzen wissen, zeigte unlängst eine vom Marktforschungsinstitut infas im Auftrag des Deutschen Apothekerverbandes durchgeführte repräsentative Umfrage, nach der rund 90 % der Befragten der Apotheke stark oder sehr stark vertrauen.
Dieses Vertrauen sollten die Patienten den Apotheken auch weiterhin entgegenbringen dürfen – allen schwarzen Schafen der Branche und negativen Schlagzeilen zum Trotz. Neben der pharmazeutischen Sachkompetenz ist dafür aber u.a. auch unabdingbar, dass die Apotheker sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen ihrer Berufsausübung auskennen. Wo etwa bei der Zusammenarbeit mit Ärzten die Grenze zwischen erlaubten und verbotenen Maßnahmen verläuft, lesen Sie auf den Seiten 9 und 10.
Deutscher Apotheker Verlag
AWA -Redaktion
Claudia Mittmeyer
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2010; 35(10):2-2