Claudia Mittmeyer
- Die Apotheker werden ihm keine Träne nachweinen: Fritz Oesterle, zwölf Jahre lang Vorstandsvorsitzender beim Stuttgarter Pharmahändler Celesio, muss zum 30. Juni seinen Posten räumen. Der Grund hierfür soll in den Streitigkeiten mit Hauptaktionär Haniel über die Zukunft von Celesio gelegen haben. In der Vergangenheit hatte Oesterle entgegen den Interessen seiner (Apotheker-)Kunden auf die Zulassung von Apothekenketten in Deutschland gesetzt und dann durch das EuGH-Urteil vom Mai 2009 einen deutlichen Dämpfer erfahren.
- Bei der diesjährigen Interpharm berichtete der Vorsitzende des Hamburger Apothekervereins Jörn Graue, dass in den ersten zwei Monaten dieses Jahres sechs Apotheken in Hamburg wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage aufgeben mussten. Es räche sich jetzt, dass die Apotheker ohne große Not die alte Arzneimittelpreisverordnung „auf den Müll der Geschichte geworfen“ hätten; die seinerzeit als alternativlos bezeichnete jetzige Honorierung könnte zum „Sargnagel der Apotheken“ werden.
- Sowohl bei den politischen Kontrahenten als auch in ihrer eigenen Partei hat der geplante Wechsel von Barmer-Chefin Birgit Fischer (SPD) an die Spitze des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (vfa) für zum Teil heftige Reaktionen gesorgt. So legte Parteifreund Karl Lauterbach der künftigen Hauptgeschäftsführerin in der Frankfurter Rundschau den Rückzug aus dem SPD-Vorstand nahe. Und CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn kommentierte in der Rheinischen Post: „Eine linke Sozialdemokratin wird oberste Pharmalobbyistin, das ist so, als würde Trittin Chef des Atomkonzerns Eon.“
- Dass Ketten im Gesundheitswesen die Interessen der Patienten oft weniger wichtig nehmen als die erwirtschafteten Gewinne, zeigt sich (wieder einmal) in einem offenen Brief, den 688 Ärzte der Helios-Kliniken unterschrieben haben. Darin erheben sie schwere Vorwürfe gegen die Konzernleitung und kritisieren insbesondere, dass „an die Stelle medizinisch motivierter Entscheidungen (...) zunehmend ein Kampf um die Einhaltung betriebswirtschaftlicher Vorgaben und Benchmark-Erfüllung“ trete.
- Im Rahmen der Ende März gestarteten Kooperation von DocMorris und Rossmann wird die Versandapotheke sowohl in den Filialen der Drogeriekette als auch in deren Online-Auftritt beworben. Die Einrichtung von Pick-up-Stellen sei allerdings, so Rossmann gegenüber dem AWA, „bislang nicht geplant“.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2011; 36(07):2-2