Claudia Mittmeyer
Die Szenen, die sich unlängst angesichts der bevorstehenden Schließung der City BKK abspielten, spotten jeder Beschreibung. Mit allen Mitteln versuchten einige Krankenkassen, Mitglieder der insolventen City BKK – darunter viele Alte und Kranke –, die auf der Suche nach einer neuen Kasse waren, abzuwimmeln. Die Betroffenen mussten sich durch endlose Telefonwarteschleifen quälen, sahen sich mit geschlossenen Geschäftsstellen konfrontiert oder wurden mit fadenscheinigen Argumenten zurückgewiesen. Kurz: Es wurde ihnen deutlich signalisiert, nicht erwünscht zu sein – Personae non gratae sozusagen.
Wo war er in diesem Moment, der von der gesetzlichen Krankenversicherung in anderen Situationen so gerne bemühte Solidargedanke? Vertreter aus Politik, Verbraucherschutz, aber auch aus den eigenen Reihen der GKV haben das Verhalten der betreffenden Kassen zu Recht scharf kritisiert und Konsequenzen gefordert, damit sich eine derartige Situation nicht wiederholt. Dies ist auch notwendig, denn das Schicksal der City BKK wird über kurz oder lang wohl kein Einzelfall bleiben – und ist ja schließlich auch Ausdruck des politisch gewollten Konzentrationsprozesses.
Als Reaktion auf die Vorfälle hat Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr angekündigt, entsprechende Regelungen im anstehenden Versorgungsgesetz zu verankern. Doch unabhängig davon, wie diese konkret ausgestaltet sein werden: Was auf jeden Fall bleibt, ist zum einen ein gewaltiger Imageschaden für die gesetzliche Krankenversicherung und zum anderen etliche verunsicherte Patienten, deren Vertrauen in das GKV-System erst einmal erschüttert sein dürfte.
Deutscher Apotheker Verlag
AWA -Redaktion
Claudia Mittmeyer
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2011; 36(11):2-2