AWA-Rückblick

Nachrichten in aller Kürze


Dr. Christine Ahlheim

  • Die Deutsche Apotheker Zeitung feierte am 1. Juli in Berlin ihren 150. Geburtstag mit einem hochkarätig besetzten Jubiläumskongress und einer Geburtstagsparty. Unter den Gratulanten war auch Bun­des­ge­sundheitsminister Bahr, der bei einer Podiumsdiskussion ABDA-Präsident Wolf dazu aufforderte, ihm einen Vorschlag für ein Pick-up-Verbot vorzulegen.

  • Der Bundestag hat sich in die parlamentarische Sommerpause verabschiedet, ohne dass das Bundes­ministerium für Gesundheit einen Referentenentwurf zur neuen Apothekenbetriebsordnung vor­gelegt hat. Dies wird frühestens im September der Fall sein, wenn die sitzungsfreie Zeit für den Bundestag beendet ist.

  • Auch die Höhe des Apothekenabschlags für das Jahr 2010 bleibt vorerst unklar. Die Schiedsstelle unter Vorsitz von Rainer Daubenbüchel hat zwar am 4. Juli erstmals über den Abschlag verhandelt, konnte sich aber nicht einigen. Der GKV-Spitzenverband hatte zunächst beantragt, das Verfahren bis zum Ende des Rechtsstreits über den Abschlag 2009 auszusetzen, was jedoch abgelehnt wurde. Die nächste Verhandlungsrunde soll nun Anfang September stattfinden.

  • Stefan Etgeton, der für Gesundheitspolitik zuständige Experte beim Verbraucherzentrale Bundes­verband (vzbv), wechselt zum 1. August zur Bertelsmann Stiftung. Etgeton, der sich als Verbraucherschützer wiederholt zum Apothekenwesen geäußert hat, ist zwar ein Befürworter des Versandhandels mit Arzneimitteln, setzt sich aber dennoch für ein Verbot der Pick-up-Stellen ein.

  • Als Bundesgesundheitsminister hat Phi­lipp Rösler erst jüngst die GKV-Beitragssätze erhöht, als Bundeswirtschaftsminister will er die Lohnnebenkosten nun baldmöglichst wieder senken. Eine Ent­lastung bei den Sozialabgaben sei, so Rösler gegenüber der Passauer Neuen Presse, schon ab 2012 möglich.

  • In Hamburg können multimorbide AOK-Versicherte neuerdings ihre Medikation von ihrem Hausarzt checken lassen, sofern sie im Hausarztvertrag zwischen der AOK Rheinland/Hamburg und der KV Hamburg eingeschrieben sind. Dieser Arzneimittel-Check, für den die Ärzte zusätzlich honoriert werden, soll der erste seiner Art in Deutschland sein. Von einer Beteiligung der eigentlichen Arzneimittelfachleute, der Apotheker, ist dabei leider keine Rede.

  • Bundesgesundheitsminister Da­niel Bahr muss sparen: Nach dem vom Bundeskabinett beschlossenen Haushaltsentwurf von Bundes­finanzminister Wolfgang Schäuble ist das Bundesgesundheitsministerium das Ressort, das seine Ausgaben im Jahr 2012 am deutlichsten reduzieren muss – und zwar um 8,2% im Vergleich zu 2011. Eingeplant ist ein Etat von 14,48Mrd.€.

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2011; 36(14):2-2