Bargeldbestände in Deutscher Mark

Neue Euro für alte Scheine


Prof. Dr. Reinhard Herzog

In wenigen Wochen hat er seinen ersten „runden Geburtstag“: Am 1. Januar 2002 wurde der Euro in Form von Geldscheinen und Münzen in zunächst elf europäischen Staaten eingeführt. Doch auch die jeweiligen Vorläuferwährungen sind immer noch im Umlauf.

  • alle Banknoten der Deutschen Bundesbank,

  • alle auf Deutsche Mark und Pfennig lautende Bundesmünzen mit Ausnahme der 1958 außer Kurs gesetzten 2-DM-Münze aus dem Jahr 1951 sowie
  • alle Banknoten und Münzen der Bank deutscher Länder mit Ausnahme der 50-Mark-Note Typ II grün aus dem Jahr 1951, die jedoch beim Nationalen Analysezentrum der Hauptverwaltung Mainz eingereicht werden kann.


Generell vom Umtausch ausgeschlossen sind Banknoten und Münzen, die vor dem 20. Juni 1948 ausgegeben wurden, sowie Bargeld der ehemaligen Sowjetischen Besatzungszone und der DDR.

Bequemer Umtausch per Post

Allerdings ist nicht einmal der Gang zu einer Bundesbankfiliale erforderlich: Möglich ist es auch, Bargeld per Post oder Kurierdienst an die Deutsche Bundesbank (Filiale Mainz, Hegelstraße 65, 55122 Mainz) zusammen mit einem im Internet ( www.bundesbank.de, Sachgebiet Bargeld) verfügbaren Formular einzusenden. Der Gegenwert wird dann auf das Girokonto überwiesen.

Wesentlich schwieriger ist es hingegen, eventuell noch vorhandene ausländische Altwährungen in Euro umzutauschen. Hier ist im Regelfall ebenfalls die ausländische Notenbank erster Ansprechpartner, allerdings werden Münzen heute schon in zahlreichen Ländern, etwa in Frankreich, Portugal oder den Niederlanden, abgelehnt. Selbst beim Banknotenumtausch ist Eile geboten: In Finnland, Frankreich, Griechenland und Italien läuft die Umtauschfrist für Altwährungen in den kommen­den Monaten ab. Unbefristet tauschen neben Deutschland nur Belgien, Est-land, Irland, Österreich, die Slowakei, Slowenien und Spanien ihre früheren Währungen um.

Reisebank tauscht ausländische Altwährung

Wer den Umtausch nicht im Ausland vornehmen kann, für den bietet die Reisebank eine akzep­table Alternative: Ausländische Geldscheine werden, sofern sie nach den Bestimmungen des Ausgabelandes als umtauschfähige Altwährung gelten, in Euro getauscht, allerdings muss ein Abschlag von immerhin 30% hingenommen werden. Sind Münzen und Scheine gut erhalten, kommt auch ein Verkauf über Aktionshäuser wie eBay in Betracht: Hier finden sich immer wieder Sammler, die für EU-Altgeld solide Preise bezahlen. Insbesondere bei Kleinbeständen sollte man auch an karitative Organisationen denken, die solches Geld sammeln.

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2011; 36(23):15-15