Lexikon des Apotheken-Marketings

E-Mail-Marketing


Prof. Dr. Andreas Kaapke

Permanent oder nur bei bestimmten Anlässen?

Apotheken haben sich bei dieser Form der Kommunikation zu entscheiden, ob sie eher ein permanentes oder eher ein punktuelles, anlassbezogenes E-Mail-Marketing bevorzugen. Ein typisches Beispiel für ein permanentes E-Mail-Marketing sind News­letter, die in aller Regel regelmäßig erscheinen. Daraus erwächst aber auch die große Herausfor­derung an Newsletter und damit an das E-Mail-Marketing. Einen wöchentlichen oder monatlichen Newsletter mit hinreichend vielen interessanten Informationen zu füllen, ist eine anspruchsvolle und keinesfalls zu unterschätzende Aufgabe. Dasselbe gilt für alle weiteren Spielarten des E-Mail-Marketings, die analog zu anderen Werbeformen einen hinreichend professionellen Eindruck bei den Empfängern hinterlassen müssen, um nicht kon­traproduktiv zu wirken.

Als größter Vorteil des E-Mail-Marketings gelten die geringen Kosten durch den Wegfall der Papier- und Portokosten sowie durch Reduktion von Personalaufwand. Weitere Vorteile werden in der sehr schnellen Zu­stellung gesehen, durch die auch kurzfristig Werbeaktionen gestartet werden können. Bei entsprechend hinterlegten Persönlichkeitsprofilen bietet eine E-Mail zudem die Möglichkeit der individuellen Ansprache einzelner Zielgruppen oder Kunden.

Durch den Einsatz von HTML-Elementen lassen sich Nachrichten optisch anreichern, sodass die Werbebotschaft potenziell als angenehmer empfunden wird als beim Versand im reinen Textformat. Zusätzlich generierte Vorteile sind die einfache Prü­fung der Effizienz der Marke­tingmaßnahme und die zeitun­abhängige Erreichbarkeit der Empfänger. So kann die Effizienz der E-Mail-Maßnahme an den Reaktionen (Anzahl an Bestellungen, Aufruf der Internet-Seite unmittelbar nach Versand usw.) eindeutig gemessen werden.

Übermäßige Nutzung vermeiden

Bei übermäßiger Nutzung und Beanspruchung des Mediums E-Mail kann sich allerdings die Effizienz des E-Mail-Marketings verringern. Insbesondere können sich unseriöse Inhalte und die Klassifikation der Werbebotschaften als Spam möglicher­weise image- und geschäftsschädigend auswirken.

Inhalte sind beispielsweise Preisaktionen, Tipps zu unterschiedlichen Indikationsgruppen aktueller Art („Die Heuschnupfensaison beginnt!“) oder auch von der Apotheke angebotene Veranstaltungen.

Abzugrenzen ist das E-Mail-Marketing vom Empfehlungsmarketing, bei dem der Versuch unternommen wird, andere für die Apotheke werben zu lassen. Bei diesen sogenannten Social-Media-Anwendungen wird die Plattform des Web 2.0 mit den entsprechenden Möglichkeiten genutzt. Die Anforderungen des Handlings an Unternehmen hat sich bei diesen Formaten aber nochmals erhöht.

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2012; 37(06):10-10