Festzinssparen

Alternativen zu Bundeswertpapieren


Prof. Dr. Reinhard Herzog

Lange galten Bundesschatzbriefe, Finanzierungsschätze und nicht zuletzt die Tagesanleihe des Bundes als lukrative Festzinsanlagen. Doch seit die Zinsen deutscher Staatspapiere auf Niedrigstniveau gefallen sind, bieten Banken und Sparkassen meist wesentlich bessere Konditionen.

Festzinsanlagen von Banken und Sparkassen

Alternativ bieten Banken und Sparkassen aber auch Kontenanlagen mit festem Zins an. Zu unterscheiden sind hier zwei Varianten: Produkte wie etwa das Zuwachssparen der Sparkassen ermöglichen einen vorzeitigen Ausstieg nach Einhalten einer vorgegebenen Kündigungsfrist und sehen einen meist jährlich steigenden Zins vor. Festgeldanlagen hingegen sind für einige Monate bis zu mehreren Jahren unkündbar angelegt, bieten dafür aber einen meist höheren, für die gesamte Laufzeit festen Zins.

Gerade hier lohnen sich allerdings konkrete Vergleiche: Lokale Banken und Sparkassen bieten meist lediglich zwischen 0,2% für Anlagen unter einem Jahr und maximal 1,4% für bis zu zehnjährige Investments. Aber auch die Großbanken sind meist zurückhaltend: So zahlt etwa die Deutsche Bank für 5-Jahres-Anlagen gerade einmal 1,3% – während eine Anleihe aus demselben Haus mit fünf Jahren Restlauf­‑zeit immerhin 2,6% bringt (ISIN: DE000DB5S5U8). Dem stehen einige Institute gegenüber, die mit besonders attraktiven Konditionen Kundengelder einsammeln, etwa die Autobanken (z.B. Mercedes-Benz-Bank zwischen 1,1% für drei Monate und 3,0% für fünf Jahre) oder die angeschla­gene IKB (2,5% für ein Jahr bis 3,6% für fünf Jahre), die jedoch dank Mitgliedschaft im Einlagensicherungsfonds als sicher gilt.

Über eine Tatsache muss man sich bei allen diesen Festgeld­anlagen jedoch im Klaren sein: Vorzeitige Verfügungen sind grundsätzlich nicht möglich. Dies kann zum einen bedeutsam werden, wenn ein Anleger plötzlich Kapital benötigt, zum anderen aber auch bei kapitalmarktbedingten Verwerfungen in der Eurozone, die schnelles Handeln erforderlich werden lassen.

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2012; 37(07):12-12