Prof. Dr. Reinhard Herzog
Nach Alternativen fragen
Gerade Inhaber von Geschäftsgirokonten sollten sich daher ein genaues Bild von den anfallenden Kosten machen und nach Alternativen fragen. Besonders teuer ist regelmäßig das Erteilen von „beleghaften“ Aufträgen, also per Überweisungsvordruck. Sparen lässt sich durch den Einsatz geeigneter Kontoführungssoftware. Vergleichen sollte man auch die Kosten von Lastschriften und Überweisungen: Nicht selten werden z.B. für Lastschriften 0,40€ und für Überweisungen 0,10€ verlangt. Insbesondere bei größeren Mengen kann es sich daher lohnen, Einzugsermächtigungen zu widerrufen und stattdessen selbst zu überweisen – was per Kontoführungsprogramm letztlich keinen nennenswerten zusätzlichen Zeitaufwand erfordert.
Bei kleineren Banken empfiehlt sich ein Gespräch über die Höhe der Gebühren, da hier bei Geschäftskonten oft Verhandlungsspielraum besteht. Ein Wechsel der Bankverbindung allein wegen der Kontoführungsgebühren erscheint allerdings im Geschäftsgirobereich wegen des damit verbundenen Aufwands kaum sinnvoll.
Anders bei privaten Girokonten: Die meisten Institute bieten mehrere Modelle an – von Konten mit Einzelpostenberechnung bis zu festen Monatspauschalen. Hier sollte man zunächst prüfen, ob das gewählte Modell den eigenen Anforderungen entspricht: Wer seinen Zahlungsverkehr am Computer abwickelt, braucht kein (teures) Konto mit kostenlosen beleghaften Buchungen. Oft lassen sich im Gespräch mit dem Bankberater Alternativen finden, z.B. die Umstellung auf ein Konto mit regelmäßigem Zahlungseingang – selbst wenn dabei nur Gelder hin- und hergeschoben werden.
Überlegenswert ist auch der Wechsel zu einem Discounter, häufig mit Prämien von bis zu 100€ belohnt. Hier ist die Kontoführung meist kostenfrei, in Einzelfällen erfolgt sogar eine Rückvergütung, z.B. von 0,10€ je Kartenzahlung bei Cortal Consors. Allerdings basieren diese Kon-ten meist allein auf der elektronischen Abwicklung, manuelle Überweisungen oder Scheckeinreichungen sind nicht möglich bzw. mit hohen Gebühren belastet. Nicht zuletzt ist ein Konto bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank stets eine Alternative, wird es doch auf Guthabenbasis kostenfrei geführt.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2014; 39(04):13-13