Prof. Dr. Reinhard Herzog
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Interessanter können indes die von immer mehr Banken angebotenen Fremdwährungskonten sein. Sie werden letztlich wie Tagesgeldkonten geführt und erlauben nicht nur jederzeitige Ein- oder Auszahlungen, sondern meist auch die Abwicklung des Fremdwährungs-Zahlungsverkehrs. Wer etwa regelmäßig Gelder aus den USA überwiesen bekommt, kann mit einem Dollarkonto gut beraten sein. Eine mindestens ebenso wichtige Rolle spielen Fremdwährungskonten für Anleger, die mit einer neuen Schwächephase des Euros rechnen.
Das Angebot an Devisenkonten und die Konditionen sind allerdings sehr unterschiedlich. Zu den aktivsten Dienstleistern zählen die Discounter wie etwa die comdirect, die aktuell 15 verschiedene Währungen im Angebot hat. Die Kontoführung erfolgt vielfach kostenfrei, manchmal auch gegen einen geringen Obolus. Allerdings lassen sich manche Institute den Währungsumtausch mit 0,5% bis 4,0% vom Transaktionswert gut bezahlen. Dem steht oftmals eine Verzinsung gegenüber, die zwar deutlich unter der Rendite vergleichbarer Anleihen liegt, aber angesichts der meist doch moderaten Kostenbelastung als akzeptabel anzusehen ist. Wissen sollte man allerdings, dass Anlagen in Nicht-EU-Währungen über die gesetzliche Einlagensicherung nicht versichert sind, wohl aber über private Sicherungssysteme wie etwa den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands Deutscher Banken e.V. (BdB).
In jedem Fall muss man sich bewusst sein, dass alle anfallenden Kosten oder Zinsen bei stärkeren Währungskursschwankungen nur einen Bruchteil der Ergebnisrechnung ausmachen. Gegenüber dem Euro kann eine Fremdwährung binnen Jahresfrist durchaus 30% zulegen oder denselben Prozentsatz verlieren.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2014; 39(06):14-14