Dr. Christine Ahlheim
Der Münchener Arzneimittelgroßhändler Sanacorp will als Reaktion auf die Rabattschlacht seine Lieferkonditionen für die Apotheken umstellen und statt am Umsatz stärker an den abgenommenen Packungszahlen orientieren – das kündigte der Vorstandsvorsitzende Herbert Lang im Interview mit der Deutschen Apotheker Zeitung an. Die Marge von 70 Cent pro Packung plus 3,15% orientiere sich seit 2012 an Packungszahl und Packungswert, daher sei es, so Lang, „eine verrückte Situation“, dass sich „unsere Konditionen“ vor allem am Umsatz orientierten.
Ein Jahr nach Einführung der Notdienstpauschale herrscht allenthalben Zufriedenheit. Nur die Höhe sollte, so DAV-Chef Fritz Becker, angepasst werden: Statt bislang 16 Cent Zuschlag pro Rx-Arzneimittel in den Nacht- und Notdienstfonds abzuführen, seien 18 Cent angemessen. Und um nachträglich auch für 2013 120 Mio.€ zu erreichen, fordert er eine vorübergehende Anhebung des Festzuschlags auf 20 Cent.
Rund fünf Milliarden Euro Defizit beklagt die Kassenärztliche Bundesvereinigung als Einstimmung für die Ende August startenden Honorarverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband. Diese seien u.a. notwendig, damit niedergelassene Ärzte ein vergleichbares Einkommen wie ein Oberarzt (derzeit gut 130.000€ pro Jahr) erzielten. Der GKV-Spitzenverband hält dem entgegen, dass der durchschnittliche Reinertrag eines Praxisinhabers bei über 160.000€ liege und gegenüber 2007 um fast 17% gestiegen sei.
Bei der CDU Sachsen hat man bezüglich der Arzneimittelversorgung auf dem Land immer wieder lustige Ideen. War es bei der letzten Bundestagswahl der Apothekenbus, so enthält das Programm zur anstehenden Landtagswahl den Vorschlag, „in den kleinen Ortschaften zentrale Anlaufpunkte“ zu schaffen, die „nicht nur Treffpunkte für Jung und Alt“ sind, sondern auch „Bibliotheken, Kurse, Beratungsangebote, schnelles Internet, Apothekersprechstunden“ etc. enthalten.
Bereits 22% der Bürger nutzen Applikationen auf ihrem Handy, um ihre Gesundheitswerte zu kontrollieren oder um sich über Krankheitsbilder und Symptome zu informieren – so eine repräsentative Umfrage der IKK classic. Geht es aber um den Online-Austausch von sensiblen Gesundheitsdaten, reagieren die Deutschen verhalten und wünschen sich höhere Sicherheitsstandards.
In einer Darmstädter Apotheke erhielten Kunden bei Einlösung eines Kassenrezepts über Rx-Arzneimittel Rubbellose, wobei u.a. Einkaufsgutscheine im Wert von über einem Euro gewonnen werden konnten. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sah darin einen Verstoß gegen die AMPreisV und untersagte es per einstweiliger Verfügung.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2014; 39(16):2-2