Prof. Dr. Reinhard Herzog
Rund 390.000 neue Schadprogramme werden nach Angaben des IT-Security-Institutes AV-TEST (www.av-test.org) täglich neu entdeckt. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der „Malware“ in etwa verhundertfacht (!), inzwischen sind mehr als eine Milliarde Schadprogramme im Umlauf.
Das ist u.a. der Tatsache geschuldet, dass wir heute weit mehr auf komplexen Betriebssystemen und Softwarearchitekturen basierende Geräte und Plattformen haben. Man denke nur an die vielen verschiedenen Smartphones und mobilen Computer.
Pikant: Auch „Wearables“ wie Fitnessarmbänder und Co. sind zunehmend gefährdet, vor allem solche mit Online-Funktionen. Ähnliches gilt für die in unsere Autos einziehende Online-Welt. Mit dem „Internet der Dinge“ (bekannt unter dem Begriff Industrie 4.0) stellen sich ganz neue Herausforderungen.
Der Trost: Bei Licht betrachtet ist die Zahl der „innovativen“ Schadprogramme um mehrere Größenordnungen kleiner. Gezählt werden nämlich alle Signaturen, auch wenn sie sich teils nur in wenigen Bits unterscheiden. Oft gehören sie aber zur gleichen Malware-Familie mit gleichem Funktionsprinzip. Gleichwohl sind die Bedrohungen immer noch groß genug.
Das Thema IT-Sicherheit ist daher gerade im betrieblichen Bereich äußerst ernst zu nehmen. Schnell ist nämlich mal die ganze Apotheke durch ein „Virus“ lahmgelegt, da ja ohne Computer fast nichts mehr geht. Praktisch herrscht jedoch immer noch viel Unkenntnis und „blindes Vertrauen“.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2016; 41(09):3-3