Prof. Dr. Reinhard Herzog
Die Frage lautete, wie hoch Sie das Risiko folgender Ereignisse im Laufe eines Jahres für sich einschätzen: Apothekeneinbruch – Apothekenüberfall – als Pkw-Insasse schwer verletzt zu werden – Herzinfarkt/Schlaganfall/Krebsdiagnose – Beziehungs-/Partnerwechsel – Umsatzeinbruch über 10 % – kritische Fehlabgabe in der Apotheke – eigenes Sterberisiko.
Fangen wir mit den hässlichen, aber im Allgemeinen nicht existenziellen Bedrohungen an: Apothekeneinbrüche gibt es einige Hundert pro Jahr, also ein Risiko im unteren Prozentbereich pro Jahr, abhängig von Lage und Schutzmaßnahmen. Überfälle gibt es eine Größenordnung weniger – Jahresrisiko im unteren Promillebereich.
Ob Ihre geliebte Blechschachtel auf Rädern Sie „um Kopf und Kragen“ bringt, hängt von vielen Faktoren ab: Fahrleistung (auf welchen Straßen), Fahrfähigkeiten, Fahrzeugsicherheit (Baujahr, Fahrzeugklasse/Masse und Marke als Hauptfaktoren). Im Schnitt müssen Sie je 10.000 km Fahrstrecke mit einem Risiko von grob 1 zu 5.000 für schwere Verletzungen und 1 zu 25.000 für einen tödlichen Unfall rechnen.
Die wichtigsten „Schlachten“ werden auf dem Feld der Gesundheit geschlagen, wobei das Alter der entscheidende Parameter ist, wie die Grafik anhand der jährlichen Erkrankungsrisiken zeigt. Das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt oder Krebs steigt im höheren Lebensalter jeweils bis in den unteren Prozentbereich. Altwerden ist nichts für Feiglinge! Angesichts der Zahlen sollte sich daher jeder überlegen, ob er wirklich noch mit über 70 in seiner Apotheke stehen möchte.
Hinderlich in jedem Fall ist stets der eigene Todesfall. In den jüngeren Jahren noch im Promillebereich pro Jahr, steigt das allgemeine Todesrisiko mit 60 auf Werte um 1,0 % bzw. 0,5 %, wobei Frauen die viel niedrigeren Werte aufweisen. Mit 70 beträgt das Risiko bereits gut 2 % resp. 1 %. Die Werte hängen indes stark vom Sozialstatus und der Zufriedenheit ab. Beamte führen daher die Lebenserwartungsstatistik regelhaft an.
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Ein Umsatzeinbruch über 10 % kommt zustande, wenn ein Hauptverordner wegfällt oder ein Hauptfrequenzbringer schwächelt. Die Risikofrage richtet sich also unter anderem nach den Lebensrisiken, denen z. B. Ihre Ärzte ausgesetzt sind, siehe oben. Angesichts der vielen Beteiligten ist ein solches Risiko zumeist im höheren Prozentbereich zu veranschlagen. Eine wirklich kritische Fehlabgabe sollte dagegen ein höchst seltenes Ereignis im Promille-Bereich sein; das hängt von Ihrer Apothekenführung ab! Partnerschaftsprobleme sind wiederum ein „High Risk“ – und führen die Statistik regelmäßig an.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2016; 41(18):13-13