Prof. Dr. Reinhard Herzog
Ein „Abrechnungstag“ ist stets das Erscheinen des jährlichen Arzneiverordnungs-Reports. Vornehmlich aus der Perspektive der gesetzlichen Krankenkassen beleuchtet dieses Werk die Ausgabenentwicklung.
Tatsächlich spiegeln sich die relativen Veränderungen in etwa in der Apothekenkasse wider, wobei die Umrechnungen vom „Kassenbrutto“ auf das „Apothekennetto“ angesichts der vielen Rabatte, Abzüge und Eigenbeteiligungen eine Wissenschaft für sich sind – und nur allerdings recht genaue Näherungen liefern. Dummerweise bedeuten Umsatzsteigerungen in der Apotheke schon lange keine proportionalen Rohertragssteigerungen mehr, erst recht, wenn margenschwache Hochpreisprodukte immer größere Anteile ausmachen.
Aber wir wollen ehrlich sein: Ganz leer gehen die Apotheken nicht aus. So stiegen die GKV-„Nettokosten“ für Fertigarzneimittel um 5,8 %. Ähnliche Steigerungen fanden sich beim Apotheken-Nettoumsatz in diesem Segment. Die Packungszahlen legten jedoch nur um rund 1 % zu. Unter dem Strich blieb hier ein Rohertragsplus von knapp 2 %, also weit weniger als der stolze Umsatzanstieg. Aber es ist eben ein Plus, welches sich statistisch je Apotheke noch um einen Prozentpunkt erhöht – der Apothekenrückgang lässt grüßen. Doch praktisch profitieren davon nur wenige umliegende Apotheken, die aber umso mehr.
Halten Sie also den Kopf oben und werden Sie nicht zum „Futter“ der Konkurrenz!
Seien Sie herzlichst gegrüßt,
Ihr
Dr. Reinhard Herzog
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2016; 41(20):2-2