Prof. Dr. Reinhard Herzog
Ärzte machen ihre Patienten kränker, als sie sind, und bekommen dafür teilweise noch Prämien von den gesetzlichen Krankenkassen – das beschreibt Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse, im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Hintergrund ist, dass die Kassen dann mehr Geld aus dem Risikostrukturausgleich erhalten, wobei laut Baas die „großen regionalen Kassen“ dadurch in diesem Jahr voraussichtlich 1 Mrd.€ mehr und die Ersatzkassen 700 Mio. € weniger bekommen, als tatsächlich für die Versorgung der Versicherten benötigt wird. Baas wörtlich: „Ohne diese Manipulationen könnte unser Beitrag um 0,3 Prozentpunkte niedriger liegen.“
Trotz Versicherungspflicht haben in Deutschland weiterhin rund 80.000 Menschen keine Krankenversicherung (Stand: 2015) –dies meldet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Dabei haben überdurchschnittlich häufig Selbstständige keine Absicherung für den Krankheitsfall.
Die AXA Krankenversicherung AG und die Pro Versorgung Care, eine Initiative des Deutschen Hausärzteverbandes, bieten Patienten, die bei der AXA krankenvollversichert sind, seit 1. Oktober die Möglichkeit einer Online-Video-Sprechstunde bei ihrem Hausarzt. Voraussetzung ist, dass der Patient bereits bei dem Hausarzt in Behandlung ist.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2016; 41(20):2-2