Prof. Dr. Reinhard Herzog
So intensiv wie nach dem EuGH-Urteil zur Gültigkeit der AMPreisV für ausländische Versandapotheken (siehe Meldung "Preisbindung (nur) für ausländiche Versandapotheken gekippt") hat sich die Publikumspresse kaum je mit den Apothekern beschäftigt – leider oft von wenig Sachkenntnis getrübt. So freut sich der „Spiegel“ für die Patienten und meint, falls es tatsächlich zu einem Verbot des Rx-Versands komme, könne Gröhe sich „Bundesapothekenminister“ nennen.
Erfreulicher ist, dass ABDA-Präsident Friedemann Schmidt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ausführlich zu Wort kam. Seine Ankündigung: Die ABDA werde „aus allen Rohren schießen“, um sich gegen das Urteil zu wehren. Mit Landes- und Bundespolitikern würde das Gespräch gesucht und zudem die Öffentlichkeit mit Anzeigen, Plakaten und Werbeflächen aktiviert.
Die ABDA-Forderung, den Rx-Versand wieder gänzlich zu verbieten, hat spontan viel Unterstützung gefunden, z. B. vom Berichterstatter für Arzneimittel der CDU, Michael Hennrich, und der gesundheitspolitischen Sprecherin der Linken, Kathrin Vogler. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml will mit einer Bundesratsinitiative ein Verbot des Rx-Versands erreichen. Die SPD, deren Ministerin Ulla Schmidt seinerzeit den Rx-Versand erlaubte, hält sich bislang bedeckt.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2016; 41(21):2-2