Prof. Dr. Reinhard Herzog
Für viel Wirbel sorgt derzeit die FDP. Während in der Vergangenheit nicht wenige Apotheker Sympathien für die Liberalen hegten und diese als „Partei der Freiberufler“ wahrnahmen, dürfte ein aktueller Parteitagsbeschluss dies ändern: Die FDP beschloss, die Abschaffung des Fremdbesitzverbots für Apotheken in ihr Wahlprogramm zu schreiben. Initiiert hatte dies der Landesverband Bayern, diskutiert wurde der Antrag jedoch nicht und etliche Delegierte äußerten im Nachhinein, dass ihnen gar nicht klar gewesen sei, dass der Passus im Wahlprogramm landet. Doch daran dürfte, so ist aus FDP-Kreisen zu vernehmen, jetzt nicht mehr zu rütteln sein. Ohnehin war FDP-Chef Lindner bereits kurze Zeit nach dem EuGH-Urteil unangenehm aufgefallen, als er im FAZ-Interview das Rx-Versandverbot kategorisch ablehnte und äußerte, dass es falsch sei, die Apotheken „unter Naturschutz zu stellen“.
Die Schere bei den Wohnkosten geht auseinander, wie der Wohnatlas 2017 der Postbank illustriert. So müssen für 100 qm Wohnraum in München etwa 21 vor Ort verfügbare Pro-Kopf-Jahreseinkommen gezahlt werden, in Freiburg/Brsg. 18, in Hamburg und Frankfurt/M. knapp 16, in Hannover, Bremen, Leipzig und Dresden noch 8 bis 10, in Landkreisen wie Gera, Goslar, Holzminden oder Zwickau nur 3 bis 4 Jahresverdienste. Für die Attraktivität des Arbeitsplatzes Apotheke abseits der Metropolen bleibt dieses Argument noch viel zu unbeachtet.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2017; 42(10):2-2