AWA

Gripsgymnastik


Prof. Dr. Reinhard Herzog

„Gripsgymnastik“ mit dem AWA

Zusatzverkäufe sollen es wirtschaftlich richten – können sie das?

Nehmen wir an, Sie haben 300 Kunden täglich; bei jedem 10. Kunden gelingt es Ihrem Team nach vielen Schulungen und Trainings, im Schnitt 7,50 € netto zusätzlichen Barumsatz zu generieren, bei 40 % Spanne. Allerdings: Im Schnitt müssen dafür ein halbe Minute bei allen Kunden (Ansprache) und zusätzliche 3 Minuten speziell bei den Käufern (nähere Erklärungen, Produktvorführung etc.) an HV-Zeit aufgewendet werden. Lohnt das dann überhaupt noch?

Auflösung des Rätsels aus dem letzten AWA Nr.14/2017:

Die gut frequentierte Bushaltestelle vor der Tür wird in einigen Monaten 100 m verlegt – Sie haben also noch Zeit zur Situationsanalyse: Wie viele Kunden bringt die Haltestelle (beobachten, Befragung)? Was sind das für Kunden, woher kommen sie? Bringen sie viele Rezepte mit oder sind es „billige“ Laufkunden? Wie hoch ist also die Bedeutung der Haltestelle, woraus rekrutiert sich der (große) Rest der Kunden? Rückt die Haltestelle künftig näher an die Konkurrenten heran? So lässt sich die Herausforderung einkreisen und beziffern. Wenn an der Tatsache nichts zu ändern ist (Gemeinde kontaktieren), müssen jetzt je nach möglichem Frequenzverlust alle Mittel der Kundenbindung greifen, die geeignet sind, 100 Meter zusätzlichen Weges für die Kunden zu überbrücken!

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2017; 42(15):3-3