Dr. Michael Brysch
„Gripsgymnastik“ mit dem AWA
Manchmal muss man z.B. als Kaufinteressent einer Apotheke die Kundenzahlen indirekt ermitteln bzw. hinterfragen:
In einem Jahr wurden 25.000 GKV- und 5.000 Privatrezepte beliefert, dazu 50.000 OTC-Packungen einschließlich Freiwahlartikeln „über den Tisch“ verkauft (also ohne Non-Rx-Verordnungen). Wie viele Bonkunden hatte die Apotheke? Kann man das anhand dieser Angaben überhaupt hinreichend genau sagen?
Auflösung des Rätsels aus dem letzten AWA Nr.19/2017:
Entscheidungsparameter bei der EDV-Auswahl in der Apotheke sind die benötigten Zeiten je Kunden-/Kassenvorgang, der Umgang mit komplizierten HV-Situationen, die Unterstützung bei Zusatzempfehlungen und das effiziente Handling von Leistungen wie Arzneimittel-Checks. Doch wird jede Apotheke ihre eigenen Schwerpunkte setzen, eine „Heim-Apotheke“ sicher andere als eine Lauflagen-Apotheke – daher immer ein Praxistest! Nur eine halbe Minute Verzögerung je Kunde wegen einer komplizierteren Kassensoftware kosten, bei z.B. 250 Kunden täglich und 27,50 € HV-Stundenkosten, bereits etwa 57 € am Tag. 300 € mehr im Monat (wie in der Aufgabe) für das bessere, schnellere System verblassen dagegen völlig.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2017; 42(20):2-2