Dr. Michael Brysch
Nach Angaben des Marktforschers IQVIA (laut der Infografik "Trends bei Nahrungsergänzungsmitteln aus der Apotheke" vom April 2019) beträgt das Marktvolumen der "Nahrungsergänzungen" inzwischen stolze 2.076 Mio. € zu Brutto-Verkaufspreisen. Allerdings umfasst dieser Berichtskreis neben der klassischen Nahrungsergänzung auch sonstige, wenngleich ausschließlich orale Formen ("zum Einnehmen") aus den Bereichen Gesundheitsmittel, "Schönheit von innen" und sogar dem einen oder anderen OTC-Arzneimittel.
Den größten Umsatzanteil stellen mit rund 50% traditionell die Vitamine und Mineralstoffe. Mit jeweils etwa 10% folgen die Indikation Schmerz (v.a. von Muskeln und Gelenken), das große Feld der Immunstimmulanzien, die Tonika und Geriatrika sowie die Herz-Kreislauf-Mittel. Ganz gut im Rennen liegen die Ergänzungspräparate für Blase und Fortpflanzungsorgane sowie die Probiotika für den Verdauungstrakt, welche zudem Rekordhalter beim Wachstum sind (über 15% jährlich). Orale Augenvitamine (nicht: Tropfen!) sowie einzunehmende Mittel zur Haarpflege fristen mit 2% und 1% dagegen ein Nischendasein.
Weniger erfreulich ist der hier überdurchschnittlich hohe Versandanteil mit 21% nach Packungen und 24% nach Umsatz. Von den Schönheitsmitteln zum Einnehmen kommen gar über 60% per Päckchen. Mit 8,5% den niedrigsten Versandanteil haben dagegen die Eisenpräparate. Da heißt es: Immer am Ball bleiben!
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Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2019; 44(09):3-3