Dr. Michael Brysch
Lieber Platz für Dienstleistungen als für "unrentable" Freiwahl?
Sie könnten eine Ecke in Ihrer Offizin für Dienstleistungen (z.B. Tests) freiräumen und müssten dafür drei Freiwahl-Regale opfern. In diesen Regalen stehen insgesamt stets 400 Packungen, die sich bei einem Stückertrag von durchschnittlich 4 € statistisch viermal im Jahr umschlagen. Die Dienstleistungen sollen einen echten "Deckungsbeitrag" (nach Material- und Personalkosten) von 120 € je Woche einspielen. Was rechnet sich unterm Strich mehr?
Lösung des Rätsels aus dem letzten AWA 5/2021:
Wie "exakt" ist ein Schnelltest (Sensitivität: 98,5%; Spezifität: 99,8%), wenn die Prävalenz des Testmerkmals bei 1% liegt und insgesamt 500 Tests durchgeführt werden? Einiges zur Aufklärung bietet Ihnen unser Artikel „Testen in der Apotheke: Um jeden Preis?“. Daher hier nur rasch die Ergebnisse: Sie werden sechs positive Testungen erhalten, davon eine falsch-positiv und (gerundet) keine gefährlich falsch-negativ. Bei 5.000 Tests wären von rund 59 positiv Getesteten zehn falsch-positiv, außerdem wäre statistisch knapp ein falsch-negativ Getesteter zu beklagen. Der Weg dahin führt über die sogenannte Vierfelder-Testtafel: Im Internet finden Sie schnell entsprechende Rechner – oder eben bei uns im AWA, wenn Sie unseren Artikel lesen.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2021; 46(06):2-2