Dr. Hubert Ortner
Apothekeninhaber finden die Verschiebung des E-Rezepts zwar in der großen Mehrzahl (90%) richtig. Dennoch bleibt die offizielle, flächendeckende Einführung des E-Rezepts in Deutschland umstritten. Dabei wären 77% der Apotheken durchaus schon zum 1. Januar 2022 technisch in der Lage gewesen, das E-Rezept zu bedienen und abzurechnen. Das zeigen die Ergebnisse des Apothekenkonjunkturindex APOkix aus dem Januar.
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Dass die Einführung des E-Rezepts auf unbestimmte Zeit verschoben und kein neuer Starttermin benannt wurde, halten mehr als drei Viertel (79%) der befragten Apothekenleiter für gerechtfertigt. Ein Großteil (72%) erwartet nicht, dass das E-Rezept noch in diesem Jahr offiziell und flächendeckend eingeführt wird: Knapp die Hälfte (43%) rechnet erst 2023 mit der bundesweiten Einführung, 29% nicht vor 2024. Mehr als zwei Drittel (68%) sehen in dem verschobenen Start einen herben Rückschlag für die Digitalisierung im Gesundheitswesen.
Und wie bewerten die Apothekeninhaber das E-Rezept losgelöst von dessen holprigen Einführung? Lediglich 27% sehen die Einführung generell als positiv, 40% sind geteilter Meinung und 33% eher negativ gestimmt. Die große Mehrheit (97%) befürchtet, dass mit der Einführung des E-Rezepts der Wettbewerb mit Versandapotheken zunehmen wird.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2022; 47(06):3-3