Dr. Hubert Ortner
Grippeimpfungen in der Apotheke werden immer besser angenommen – so lautet das Ergebnis einer wissenschaftlichen Auswertung des Modellprojekts der AOK Rheinland/Hamburg und des Apothekerverbandes Nordrhein durch das Forschungsunternehmen "May & Bauer – Konzepte im Gesundheitsmarkt". Vor allem das Vertrauen in die Kompetenz der Apotheken, die gute Erreichbarkeit und das Impfen ohne lange Wartezeiten sind entscheidende Kriterien, die Grippeschutzimpfung durch Apotheker durchführen zu lassen.
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Konkret bewerten alle (100%) Befragten die von der Apotheke erhaltenen Informationen zur Impfung als gut oder sehr gut. Bei der Zufriedenheit mit dem Service gibt es ebenfalls keine Abstriche (100% ziemlich oder sehr zufrieden). 99% sagten, sie würden sich sicher oder wahrscheinlich wieder in einer Apotheke gegen Grippe impfen lassen. Zudem veranlasst das Angebot offenbar viele Menschen zur Grippeschutzimpfung, die sich sonst gar nicht hätten impfen lassen. Gut die Hälfte der rund 1.400 Geimpften gab dies an. Damit liegt auch dieser Wert deutlich höher als in der Vorsaison: Damals hätten ohne das Angebot 12% auf die Impfung verzichtet, 13% waren sich unsicher.
Fazit der beiden Wissenschaftler Prof. Dr. Uwe May und Cosima Bauer: "Die Daten aus der Evaluation der zweiten Grippesaison in den Apotheken im Rheinland bestätigen, dass die Apothekenimpfung sicher, effektiv und gesundheitsökonomisch sinnvoll ist."
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2022; 47(10):3-3