Dr. Hubert Ortner
Zwei Jahre Pandemie haben überall ihre Spuren hinterlassen – wie sie sich auf die Stimmung der Heilberufler, ihre Werte und Ziele ausgewirkt haben, zeigt die aktuelle Studie "Inside Heilberufe III" der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank). Basis bildete die Befragung von jeweils 100 Allgemein- und Fachärzten, Apothekern und Studenten sowie 103 Zahnärzten.

Der Ruf nach weniger Bürokratie bleibt ganz oben auf der Wunschliste: Offenbar gab es hier in den letzten Jahren – allen politischen Lippenbekenntnissen zum Trotz – kaum Verbesserungen. So gehört die überbordende Bürokratie weiterhin zu den größten Herausforderungen im Gesundheitswesen: Mehr als die Hälfte der Befragten (56%) sehen darin ein substanzielles Problem. "Übertroffen" wird sie in der Hitliste der größten Herausforderungen zurzeit nur von dem akuten Fachkräftemangel, den 67% aller Heilberufler als besonders problematisch einstufen. Die Finanzierung des Gesundheitswesens stuft knapp jeder Dritte (34%) als herausfordernd ein, und auf Platz 4 folgt bereits die (schleppende) Digitalisierung des Gesundheitswesens (29%).
Ein bemerkenswertes Ergebnis der Studie ist, dass die Bedeutung der finanziellen Sicherheit zugenommen hat und den Heilberuflern inzwischen fast genauso wichtig ist wie ihr Familienleben. Bei den befragten Apothekern rangiert die materielle Sicherheit mit 93% mittlerweile sogar knapp vor dem Familienleben (92%).
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2022; 47(11):3-3