Editorial

Vertrauensverlust


Claudia Mittmeyer

Die aktuellen Zahlen von IMS HEALTH für 2007 zeigen: Auch im vierten Jahr nach dem weitgehenden Ausschluss der OTC-Arzneimittel aus der Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung sind die rückläufigen Verordnun­gen in diesem Bereich nicht annähernd durch zunehmende Selbstkäufe entsprechender Präparate kompensiert worden (siehe hierzu unseren Beitrag auf den Seiten 5 und 6).

Die Ursache hierfür ist, dass der OTC-Erstattungsausschluss zu einem merklichen Vertrauensverlust der Verbraucher bei rezeptfreien Präparaten geführt hat. Viele assoziieren damit einen geringen therapeutischen Nutzen der betreffenden Arzneimittel. Dabei ist ihnen nicht bewusst, dass der Erstattungsausschluss aus rein ökonomischen Erwägungen erfolgt war.

Dies muss gegenüber den Verbrauchern viel stärker kommuniziert werden, um das verlorene Vertrauen zurückzu­gewinnen. Es gilt, die OTC-Arzneimittel vom Makel der Minderwertigkeit und Entbehrlichkeit zu befreien. Das ist bestimmt keine einfache Aufgabe. Doch wer wäre hierfür besser geeignet als die Apothekerinnen und Apotheker als kompetente und vertrauenswürdige Arzneimittelfachleute im täglichen Umgang mit den Patienten?

Das Potenzial, das im Selbstzahlerbereich liegt, darf nicht unterschätzt werden. Damit Sie dieses Potenzial noch besser nutzen können, wollen wir Sie mit unserer mehrteiligen Serie „OTC-Sortiment“ unterstützen. In Teil 4 der Serie auf den Seiten 7 bis 9 in dieser AWA -Ausgabe zeigen wir, was Sie beim „Erfolgscontrolling“ im OTC-Bereich beachten sollten.

Deutscher Apotheker Verlag

AWA -Redaktion

Claudia Mittmeyer

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2008; 33(04):2-2