Dr. Christine Ahlheim
Die Rabattverträge haben bei den Patienten zu großer Unsicherheit und Verwirrung geführt – das ergab eine repräsentative Umfrage des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag des Ärzteverbandes NAV-Virchow-Bund. Betrachtet man die Untergruppe der Befragten, denen als Grund für ihre medikamentöse Umstellung die Vorschriften der Krankenkassen genannt wurde, so zeigt sich, dass hiervon 58% Probleme mit dem neuen Arzneimittel hatten.
36% beklagten, das neue Medikament sei ungewohnt für sie gewesen, und 20% äußerten, dass sie es schlecht vertragen oder unter Nebenwirkungen gelitten hätten. Fast jeder Zehnte gab an, dass er mehrmals in die Apotheke gehen musste, weil das neue Medikament nicht verfügbar war. Immerhin 24% der Befragten zeigten sich von dem neuen Arzneimittel nach wie vor nicht überzeugt.
Generell sehen diejenigen Patienten, die gesetzlich versichert sind, den Einfluss ihrer Kasse auf die Arzneiverordnung kritisch: 87% lehnen ab, dass es nicht mehr der Arzt ist, der entscheidet, welches Medikament sie letztlich bekommen, sondern „mehr und mehr“ die Krankenkasse. Gewünscht wird dagegen, dass der Arzt über die Medikation entscheiden soll, aber auch, dass das vertraute Arzneimittel beibehalten wird.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2008; 33(05):2-2