Wertpapier im Test

db x-trackers ShortDAX ETF


Prof. Dr. Reinhard Herzog

Das Wertpapier

Das dargestellte Papier ist ein börsengehandelter Indexfonds (ETF = Exchange Traded Fund) auf den ShortDAX, ein Indexprodukt der Deutschen Börse. Der ShortDAX setzt sich exakt aus den 30 Aktien des Deutschen Aktien­index DAX zusammen, also den Standardwerten des deutschen Aktienmarkts. Schwergewichte sind dabei die Papie­re von Siemens, E.ON, Allianz sowie Daimler. Die Zusammensetzung erfolgt auf Basis des Börsenumsatzes und der Marktkapitalisierung der einzelnen Werte und wird in regelmäßigem Turnus an die aktuelle Börsenentwicklung angepasst.

Allerdings ist der ShortDAX gegenläufig zum „großen Bruder“ DAX konzipiert, d.h., er entwickelt sich exakt entgegen dem DAX. Steigt der DAX um 5%, fällt der ShortDAX um denselben Prozentsatz. Ebenso führt ein Kursrückgang des DAX um z.B. 3% zu einem Anstieg des ShortDAX um 3%.

Der vorgestellte Indexfonds spiegelt den ShortDAX im Verhältnis 1:100 wider, d.h., bei einem Indexstand von z.B. 7.000 € kostet er rund 70 €. Rechtlich gesehen handelt es sich um einen Teilfonds von db x-trackers, einer „Umbrella-Investmentgesellschaft“ mit Sitz in Luxemburg, die unter dem gleichen Dach auch eine ganze Reihe weiterer, ähnlich konzipierter Anlageprodukte auf den Markt gebracht hat.

Der Fonds wird u.a. an den Börsen Stuttgart, Frankfurt und München gehandelt. Der Emit­tent stellt auch für größere Stückzahlen – zum Abfragezeitpunkt waren es bis zu 10.000 Stück – feste Preise mit einer vergleichsweise geringen Handelsspanne (= Spread) von wenigen Cent zwischen Verkaufs- und Ankaufspreis. Auch die jährliche Manage­mentgebühr ist mit einer Höchstgrenze von 0,4% deutlich niedriger als z.B.bei aktiv gemanagten Fonds.

Der Emittent

Der Emittent db x-trackers ist eine Gesellschaft aus dem Haus der Deutschen Bank; die­se zählt mit einem Eigenkapital von über 32 Mrd. € und einer Bilanzsumme von mehr als 1.100 Mrd. € weltweit zu den größten Kreditinstituten und Finanz­dienstleistern. Die für das vorgestellte Papier zuständige Sparte „Global Markets“ ist der Division „Asset and Wealth Management“ zugeordnet und vereint sämtliche Handels-, Verkaufs- und Analyseaktivitäten im Geschäft mit Anleihen, Rohstoffen, Aktien, aktienbezogenen Produkten, börsennotierten und außerbörslichen Derivaten, Devisen, Geldmarktinstrumen­ten, verbrieften Wertpapieren, gemischten (hybriden) Produkten und auch Exchange Traded Funds.

Die Ratingagentur Standard & Poors bewertet die Deutsche Bank aktuell sehr gut mit einem A-1+ im kurzfristigen Bereich sowie einem AA im langfristigen Bereich, allerdings wurde der Ausblick angesichts der noch nicht vollständig geklärten Risiken aus der Subprime-Krise auf „negativ“ gesetzt. Auch Moodys hat mit P-1 bzw. Aa1 gute Noten vergeben, jedoch den Ausblick auf „neutral“ gestellt.

Charttechnische Daten

Der ShortDAX, der als Grundlage für den vorgestellten Indexfonds gilt, verzeichnete – rückgerechnet – in den Jahren 2003 bis 2007 einen deutlichen Rückgang von knapp 19.000 Punkten auf zeitweise unter 6.000 Punkte. Damit wurden die Tiefststände aus dem Jahr 2000 nochmals getestet, allerdings nicht nennenswert unterschritten. In der zweiten Jahreshälfte 2007 folgte eine Stagnation, der sich seit Jahresbeginn 2008 ein Anstieg um aktuell rund 25% anschloss. Dabei wurde auch der bei rund 6.000 Punkten verlaufende Gleitende 200-Tage-Durchschnitt deutlich nach oben gebrochen.

Aus charttechnischer Sicht ist damit der Abwärtstrend zunächst beendet, sofern sich in den kommenden Wochen kein sehr deutlicher Rückschlag in den Bereich von 6.000 Punkten ergibt. Nach den Regeln dieser Analysemethode ist daher mit einem weiteren Anstieg des ShortDAX zu rechnen, unterbrochen jedoch von temporären Stagnationsphasen.

Gesamtmarkttrend

Der DAX hat sich in den ersten drei Monaten 2008 vergleichsweise schwach präsentiert. Maßgeblich waren hier die Subprime-Krise, der Kursverfall des US-Dollar und die steigenden Rohstoffpreise, aber auch Erwartungen einer Konjunkturabschwächung, die sich in einigen Regionen – insbesondere in den USA – zu einer Rezession ausweiten könnte. Positive Signale sind derzeit die anhaltend niedrigen Zinsen und die immer noch grundsolide Entwicklung der Unternehmensgewinne. Auch die bevorstehenden US-Wahlen sollten den Markt eigentlich beflügeln.

Dennoch dürfte die Börsenschwäche zumindest vorerst anhalten. Hauptgrund ist die immer noch starke Verunsicherung der Anleger über die Entwicklung bei den Banken, die ihre Risiken aus dem Subprime-Geschäft bisher nur allzu zögerlich der Öffentlichkeit präsentiert haben. Entsprechend groß sind die Befürchtungen, dass neue Hiobsbotschaften die Märkte beein­flussen könnten. Die Chancen auf eine Fortsetzung des Aufschwungs beim ShortDAX sind damit grundsätzlich als günstig zu beurteilen.

Fazit

Der vorgestellte Fonds eignet sich speziell für Anleger, die bequem und kostengünstig auf eine Fortsetzung der Börsenschwäche setzen wollen.

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2008; 33(08):12-12