Prof. Dr. Reinhard Herzog
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Das Unternehmen
Die Deutsche EuroShop AG gilt als einer der größten deutschen Betreiber großflächiger moderner Einkaufszentren in erstklassigen Citylagen. Gegründet wurde das heute noch zu knapp 20% von der Familie Otto kontrollierte Unternehmen 1997, jedoch wurde erst im Jahr 2000 die Geschäftstätigkeit mit dem Kauf der ersten sechs Unternehmensbeteiligungen in Sulzbach (Main-Taunus-Zentrum), Dresden (Altmarkt-Galerie), Kassel (City-Point), Viernheim (Rhein- Neckar-Zentrum), Wolfsburg (City-Galerie) sowie Wuppertal (City-Arkaden) aufgenommen. Die Internationalisierung begann im November 2002 mit dem Erwerb einer 50%-igen Beteiligung an Árkád Pécs in Ungarn. Zahlreiche weitere Investments in Shopping-Arkaden folgten, u.a. in Frankreich und Italien. Zu den jüngsten Neueröffnungen zählen die Stadt-Galerie in Hameln sowie die Galeria Baltycka in Danzig.
Die Deutsche EuroShop hat sich zum Ziel gesetzt, einerseits einen hohen Liquiditätsüberschuss aus der langfristigen Vermietung hochwertiger Shopping-Center zu erzielen, andererseits aber auch eine nachhaltige Wertsteigerung ihres Portfolios zu realisieren. Hier wird ein jährliches Wachstum von 10% durch Neuerwerbungen und die Erhöhung bestehender Beteiligungsquoten angestrebt.
Im September 2000 wurden die Aktien des Unternehmens zum Amtlichen Börsenhandel zugelassen und im Januar 2001 mit einem Ausgabepreis von 19,20 € an der Börse eingeführt. Als interessante Besonderheit sind die Dividendenzahlungen bei inländischen Anlegern derzeit steuerfrei, werden sie doch steuerrechtlich als Eigenkapitalrückzahlung gewertet.
Fundamentale Daten
Die Deutsche EuroShop AG verzeichnete in den vergangenen Jahren ein deutliches Wachstum, insbesondere dank einer schnellen internationalen Expansion. So verbesserten sich die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2006 um 29% auf 92,9 Mio. € und das den Konzernaktionären zuzurechnende Konzernergebnis um 106% auf 100,3 Mio. €. Der Net Asset Value je Aktie stieg um rund 10% von 23,11 € auf 25,53 €. Der Gewinn je Aktie wurde mit 2,92 € nach 1,55 € ausgewiesen. 2007 kletterte der Umsatz um weitere 3,1% auf einen neuen Rekordwert von 95,8 Mio. €. Hierbei wur-de der Verkauf der Shopping-Center in Italien und Frankreich im Jahr 2006 durch die Umsatzbeiträge der im Oktober eröffneten Galeria Baltycka in Danzig kompensiert. Daneben trugen die City-Arkaden Klagenfurt erstmals für ein volles Geschäftsjahr zu den Umsatzerlösen bei. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verminderte sich im Berichtsjahr dennoch von 86,3 Mio. € auf 77,2 Mio. €. Auch ging das EBT (Ergebnis vor Steuern) um 34% auf 77,8 Mio. € zurück, jedoch lag das Konzernergebnis mit 94,2 Mio. € nur um 6% unter dem Vorjahreswert. Die Leerstandsquote wurde mit knapp 1,0% erneut auf Vorjahresniveau ausgewiesen. Beim Net Asset Value errechnete die Gesellschaft einen Anstieg von 25,53 € auf 26,91 € je Aktie, was derzeit weitgehend dem aktuellen Börsenkurs entspricht.
Auch in das Geschäftsjahr 2008 ist das Unternehmen sehr positiv gestartet: Die Umsatzerlöse verbesserten sich im ersten Quartal gegenüber der Vorjahresperiode um 19% auf 26,9 Mio. €, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte um 20% auf 18,7 Mio. € und das EBT lag mit 12,3 Mio. € fast 50% über dem Vorjahreswert. Das Periodenergebnis stellte sich auf 10,2 Mio. €, was einem Zuwachs von 61% entspricht.
Im Gesamtjahr soll der Umsatz auf 110 Mio. € bis 113 Mio. € gesteigert werden, 2009 will das Unternehmen zwischen 119 Mio. € und 121 Mio. € umsetzen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird auf 90 Mio. € bis 92 Mio. € taxiert. Auch für 2008 soll wieder eine steuerfreie Dividende von „mindestens 1,05 €“ je Aktie ausgeschüttet werden. Im laufenden Jahr will die Deutsche EuroShop AG zwischen 150 Mio. € und 200 Mio. € in Einkaufszentren investieren. Darüber hinaus soll künftig auch das Feld „Projektentwicklung“ erschlossen werden, etwa in Form eines soeben gegründeten Joint Venture mit dem Immobilienentwickler ECE.
Charttechnische Daten
Nach dem Börsengang im Jahr 2001 stand die Aktie der Deutschen EuroShop AG zunächst deutlich unter Druck und im Herbst 2002 wurden mit 14 € fast 30% weniger gezahlt als zum Börsenstart. Dann folgte jedoch eine nachhaltige Erholung und der Kurs kletterte auf bis zu 30 €. In den zurückliegenden Monaten verzeichnete das Papier heftige Schwankungen, verbunden mit den Unsicherheiten am deutschen Immobilienmarkt. Charttechnisch ist derzeit eine weitere Gegenreaktion auf den jüngsten Kursanstieg denkbar, die wieder günstigere Einstiegskurse bescheren könnte.
Gesamtmarkttrend
Der deutsche Aktienmarkt präsentierte sich in den vergangenen Wochen in einer auffallend stabilen Verfassung. Dies nährt die Hoffnung, dass die Risiken aus der Subprime-Krise verkraftet wurden, und gibt dem Gesamtmarkt wieder Potenzial. Dennoch gilt insbesondere die deutsche Börse derzeit noch als extrem anfällig. Unerwartete Negativmeldungen könnten den DAX wieder erheblich unter Druck setzen.
Fazit
Die Deutsche EuroShop-Aktie wird von Analysten derzeit überwiegend als „kaufenswert“ eingestuft. Entscheidend für den weiteren Erfolg wird jedoch zum einen das Geschick der Geschäftsleitung bei der Erschließung neuer Projekte sein, zum anderen aber auch die konjunkturelle Entwicklung in Europa.
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Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2008; 33(12):13-13