Aktuell

AWA-Rückblick: Nachrichten in aller Kürze


Dr. Christine Ahlheim

  • Nach dem aus Sicht der meisten Apotheker durchaus erfreulichen Ausgang der Bundestagswahl haben am 5. Oktober die Koalitionsverhandlungen begonnen. Fraglich ist dabei die Zukunft des Gesundheitsfonds: Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte schon vor der Wahl erklärt, daran festhalten zu wollen, die FDP lehnt den Fonds grundsätzlich ab und die CSU fordert eine (Bayern-freundliche) Regionalisierung.
  • Da Ulla Schmidt ihr Amt als Bundesgesundheitsministerin losgeworden ist (und auch noch ihr Direktman­‑ dat pikanterweise an einen Ärz­tefunktionär verloren hat), stellt sich nun die Frage nach dem Nachfolger – oder der Nachfolgerin. Die Arbeitsgruppe Gesundheit wird bei den Koalitions­ver­handlun­gen von zwei Medizinern angeführt: seitens der Union von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und seitens der FDP vom niedersächsischen Wirtschaftsmi­nister Philipp Rös­ler. Ob hierdurch bereits die Weichen für die Neubesetzung des Bundesgesundheitsministeriums gestellt wurden, bleibt abzuwarten.
  • Eine weitere Konsequenz der Bundestagswahl: Die Apothekerdichte im neu gewählten Parlament hat sich verringert. Nachdem im 16. Deutschen Bundestag zwei Apotheker vertreten waren, ist es nunmehr wohl – die Berufsstatistik liegt noch nicht vor – nur einer. Der CDU-Abgeordnete Michael Fuchs hat jedoch früh der Apotheke den Rücken gekehrt und das Großhandelsunternehmen Impex Electronics gegründet.
  • Die Ärzte kommen nicht aus den Schlagzeilen. Nach den „Fangprämien“ für die Überweisung von Patienten an bestimmte Kliniken sind es nun die sogenannten Anwendungsbeobachtungen, die heftig kritisiert werden. So äußerte KBV-Vorstand Carl-Heinz Müller in der Frankfurter Allgemeinen Zei­tung den Verdacht, dass viele dieser Studien nicht aus wissenschaftlichen Grün­den, sondern vor allem zur Verkaufsförderung veranlasst würden. Müller veranschlagt das zusätzliche Einkommen der Ärzte durch solche Studien „mindestens auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag“.
  • Kein guter Tag für die Gesundheit: Das Bundesverfassungsgericht hat das seit dem 1. August 2009 gelockerte Rauchverbot in Bayern gebilligt.
  • Die Techniker Krankenkasse übernimmt neuerdings die Kosten für die Behandlung durch qualifizierte homöopathi­sche Ärzte. Da­zu gehören u.a. eine umfassende Erstanam­nese von 60 Minuten und die Arzneimittelauswahl, aber nicht die Ausgaben für homöopathi­sche Medikamente.

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2009; 34(20):2-2