Dr. Christine Ahlheim
- Am 1. August trat der erste Teil des Arzneimittelsparpakets in Kraft: Der Herstellerabschlag für Arzneimittel ohne Festbetrag wurde von 6% auf 16% angehoben und ein Preisstopp für Arzneimittel festgelegt, die von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt werden. Damit soll die GKV um rund 1,15 Mrd. € pro Jahr entlastet werden. Allerdings muss die Regelung wohl nachgebessert werden, da einige allzu findige Hersteller versuchen, die Rabatterhöhung dank einer Gesetzeslücke zu unterlaufen.
- Bei den Vorstandsbezügen gehört Celesio zu den zehn Unternehmen des MDAX, die ihre Führungskräfte am höchsten bezahlen. Nach einem Bericht der „Welt“ bekam ein Vorstandsmitglied als durchschnittliche Gesamtvergütung (ohne Pensionen) im vergangenen Jahr 1,373 Mio. €, der Vorstandsvorsitzende erhielt mit 2,712 Mio. € sogar rund das Doppelte.
- Die Monopolkommission fühlt sich in regelmäßigen Abständen berufen, ihre Verbesserungsvorschläge für das angeblich verkrustete Apothekenwesen öffentlich zu äußern. Nun hat ihr aktueller Chef Justus Haucap in der Bild-Zeitung gefordert, man könne Aspirin und Nikotinpflaster – die nach seiner Einschätzung nicht beratungsintensiv sind – genauso gut in Drogeriemärkten anbieten. Zudem solle man die feste Vergütung der Apotheker von 8,10 € freigeben und die Rezeptgebühr abschaffen.
- Vor den Gefahren zu zahlreicher Fusionen gesetzlicher Krankenversicherungen hat Rolf Stuppardt, Chef des Bundesverbandes der Innungskrankenkassen, in der Frankfurter Rundschau gewarnt: Ziel von Elefantenhochzeiten sei es, den „politischen Level too big to die“ zu erreichen, damit im Fall einer Insolvenz der Ruf nach dem Staat erhört werde.
- Das seit 1. August in Bayern geltende strikte Rauchverbot verstößt nicht gegen das Grundgesetz: Das Bundesverfassungsgericht verwarf eine Verfassungsbeschwerde gegen diese Regelung als unbegründet.
- In der CDU hat man offenbar den festen Vorsatz, die Pick-up-Stellen – wie geplant und versprochen – zu verbieten. So kündigte der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn in der Berliner Zeitung an, dass die Union das Verbot trotz aller verfassungsrechtlicher Bedenken durchsetzen wolle: „Lieber scheitere ich vor dem Verfassungsgericht als dass es heißt, wir hätten es nicht ernsthaft versucht.“
- Durch die Verordnung von Generika haben die Krankenkassen in den ersten fünf Monaten des Jahres nach Angaben von Pro Generika e.V. mehr als 2,6 Mrd. € eingespart.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2010; 35(16):2-2