Aktien

Erfolg mit Qualitätsauswahl


Prof. Dr. Reinhard Herzog

Mit dem Börsenjahr 2010 können Anleger recht zufrieden sein: Entgegen anfänglicher Erwartungen legten DAX & Co., wenn auch unter Schwankungen, per saldo deutlich zu. Für 2011 stehen die Börsenampeln ebenfalls auf Grün. Entscheidend ist aber die optimale Titelauswahl.

Am Aktienmarkt kommt kein Geldanleger vorbei: Langfristig betrachtet bringen Betei­ligungswerte mindestens 7% pro Jahr, in guten Börsenjahren lassen sich sogar deutlich zweistellige Renditen reali­sieren. Einziges Manko: Im Vergleich etwa zu festver­zinslichen Wertpapieren ver­zeichnen Aktien oftmals erhebliche Kursschwankungen. Gewinnen von 10, 20 oder mehr Prozent innerhalb weniger Wochen stehen nicht minder große Rückschläge gegenüber. Daher ist es erforderlich, sich entweder regelmäßig mit seinem Depot zu befassen und je nach Markt­lage schnell zu handeln oder für seine An­lage eine festgelegte Strategie zu nutzen, die man auch in unsicheren Börsenzeiten beibehält.

Bewährt hat sich hier etwa die bereits im Jahr 1997 vorgestellte AWA-Dividendenstrategie. Aus einer vorgegebe­nen Anzahl von Aktien – hier: den 30 DAX-Werten – werden die Papiere ausgewählt, die die höchste Dividendenren­di­te erwarten lassen. Umschichtungen erfolgen zweimal jährlich auf Basis der neuesten Dividendenschätzungen.

In über 90% schneiden dividendenstarke Werte besser ab als der Gesamtmarkt und auch die AWA -Dividendenstrategie konnte in den vergangenen Jahren regelmäßig eine weit überdurchschnittliche Rendite ausweisen. Jedoch gibt es manchmal Ausnahmen: In Phasen mit starken wirtschaftlichen Veränderun­gen spielen an der Börse Zukunftserwartungen oft eine wich­tigere Rolle als fundamen­tale Zahlen. So konnten im Börsenjahr 2010 insbesondere Aktien von Unternehmen stark zulegen, die vom Konjunkturaufschwung überdurchschnittlich profitieren – z.B. die Maschinenbau- und Fahrzeugwerte, deren Kurse sich 2010 kräftig verbesserten. Hingegen standen etwa Finanztitel und Versorger im Hintergrund, selbst wenn sie oftmals Dividendenrenditen von deutlich mehr als 5% abwerfen.

Entsprechend konnte unser Musterdepot im Jahr 2010 den DAX nicht übertreffen: Zeichnete sich bereits im ersten Halbjahr eine leichte Unterperformance ab, so lag der Wertzuwachs des Muster­depots zum Jahresende 2010 bei „lediglich“ rund 8%, während der DAX immerhin 17% zu­legte.

Dies könnte sich 2011 durchaus ändern, erfolgte zum Jahreswechsel 2010/2011 doch die turnusgemäße Überprüfung der Depotzusammensetzung. Nicht mehr dabei sind jetzt die Aktien der Metro und von Volkswagen, während die Papiere von Daimler und Lufthansa neu aufgenommen wurden. Damit setzt sich das Depot nun entsprechend der Tabelle zusammen.

AWA -Muster­depot werden fällige Dividendenzahlungen am Tag nach der Ausschüttung stets in denselben Papieren wieder angelegt.

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2011; 36(03):13-13