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Nachrichten in aller Kürze


Claudia Mittmeyer

Die Opposition will das Präven­tionsgesetz und damit auch die Regelungen zur schärferen Bekämpfung der Korruption von Ärzten und anderen Gesundheitsberufen verhindern. Die Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) kündigte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an, dass das Gesetz bei der Bundesratssitzung am 20. September in den Vermittlungsausschuss über­wiesen werden solle. Da zwei Tage danach die Bundestagswahl stattfindet und alle bis dahin nicht verabschiedeten Gesetze Makulatur werden, wäre das Präventionsgesetz und damit auch die Regelungen zur Ärztekorruption gescheitert.

Kurz vor der Bundestagswahl laufen etliche Politiker noch einmal zur Höchstform auf. So äußerte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr gegenüber der Rhein-Zeitung, er habe die Vision, dass „alle Menschen selbst entscheiden können, wie und wo sie sich versichern wollen“. Notwendig sei, dass jeder die Grundleistung versichert habe. CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn stellte klar, dass keine Apothekenbusse geplant seien – was genau die „rollenden Apotheken“ im Wahlprogramm der Union bedeuten, bleibt somit weiterhin der Fantasie des Wählers überlassen. Und Grünen-Chefin Claudia Roth überraschte damit, dass sie sich der Forderung ihres Spitzenkandidaten Jürgen Trittin anschloss, das Mehrbesitzverbot für Apotheken abzuschaffen.

Visionen hat man offenbar auch bei DocMorris. Vermutlich angeregt vom Wahlprogramm der Union, begab sich ein DocMorris-Apothekenbus auf Werbetour, um auf Ideen für die künf­tige Versorgung strukturschwacher Gebiete aufmerksam zu machen. Und auch wenn man bei DocMorris die Gesetzeslage gerne zum eigenen Vorteil deutet – echte Arzneimittel waren (dieses Mal noch) nicht an Bord.

Allen Unkenrufen zum Trotz erfreut sich das Pharmaziestudium großer Beliebtheit: Die Zahl der Bewerber für einen Studienplatz für das kommende Wintersemester war mehr als doppelt so hoch wie die Zahl der Studienplätze. Nach Angaben der Stiftung für Hochschulzulassung, früher ZVS, gingen für die 1.871 Studienplätze 3.928 Bewerbungen ein – und damit 25 mehr als zum letzten Wintersemester. Deutlich höher ist allerdings der Andrang bei Medizin: 44.334 Bewerber kommen hier auf 9.068 Studienplätze.

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2013; 38(17):2-2