Editorial

Gesundheitskompetenz stärken


Claudia Mittmeyer

Um die Gesundheitskompetenz der Deutschen, d.h. die Fähigkeit des Einzelnen, im täglichen Leben Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken, ist es laut einer repräsentativen Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) unter gesetzlich Krankenversicherten nicht gerade gut bestellt. Im Ergebnis wiesen rund 60% der Befragten eine unzureichende oder problematische Gesundheitskompetenz auf.

Nachgefragt wurde, wie einfach es ist, bestimmte gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und umzusetzen. Dabei gaben immerhin 89% an, Anweisungen ihres Arztes oder Apothekers zur Einnahme der verschriebenen Medikamente seien einfach bzw. sehr einfach zu verstehen, und rund 87% fanden es einfach bzw. sehr einfach, den Anweisungen von Apotheker und Arzt zu folgen. Im Vergleich zu anderen abgefragten Aspekten sind diese Werte durchaus positiv, jedoch gibt es auch hier noch „Luft nach oben“.

Die Umfrage zeigt, dass bezüglich der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung erheblicher Handlungsbedarf besteht. Dies darf sich allerdings nicht auf die von Bundesgesundheitsminister Gröhe als Reaktion auf die Studie geforderte bessere Schulung der Gesundheitsberufe beschränken. Bei entsprechenden Initiativen und Maßnahmen sind vielmehr alle gesellschaftlichen Bereiche gefordert – so etwa unser Bildungssystem, aber auch die Politik, die für entsprechende Rahmenbedingungen sorgen muss.

Claudia Mittmeyer

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2014; 39(15):2-2