Aktien

Erfolg mit Qualitätsauswahl


Prof. Dr. Reinhard Herzog

Die strategische Titelauswahl erfordert einiges an Know-how und langfristiger Übung. Einfacher geht es mit unserem bereits 1997 entwickelten AWA-Musterdepot, bei dem dividendenstarken DAX-Werten der Vorzug gegeben wird, andere Kriterien jedoch keine Berücksichtigung finden.

Blickt man auf den Deutschen Aktienindex DAX, war das Börsenjahr 2014 wenig spektakulär: In den ersten Monaten stieg das Aktienbarometer rund 6 %, um dann in zwei längeren Phasen nachzugeben. Per saldo erreichte der Index eine Jahres-Performance von gerade einmal 4,3 %. Die Abweichungen zwischen den einzelnen Indextiteln sind allerdings erheblich: Die Bandbreite reicht von plus 24,3 % (Thyssen Krupp) bis zu minus 37 (adidas), wodurch die Notwendigkeit einer sorgfältigen Titelselektion eindrucksvoll unter Beweis gestellt wird.

Auch im vergangenen Jahr konnte unser AWA-Musterdepot wieder überzeugen. Es basiert auf den 12 dividendenstärksten Papieren aus dem DAX, auf die das anzulegende Kapital anfangs gleichmäßig aufgeteilt wird. Alle Dividendenzahlungen und Erträge aus Kapitalmaßnahmen werden in den jeweiligen Wert reinvestiert. Umschichtungen erfolgen nur zweimal jährlich: DAX-Aktien, die nicht mehr zu den Top-12 bei der Dividendenauswahl zählen, werden verkauft und für das Geld die Papiere erworben, die in die „Top-12-Liga“ aufgestiegen sind. Alle anderen Kriterien, insbesondere die aktuelle Börsenentwicklung, bleiben jedoch unberücksichtigt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Nahezu in jedem Jahr wird der Index mehr oder minder deutlich übertroffen. So auch im Jahr 2014, das unser Musterdepot immerhin mit einem soliden Plus von 7,1 % abschließen konnte.

Die Dividendenstrategie basiert auf dem einfachen Grundgedanken, dass ein Unternehmen mit hoher Dividendenzahlung – zumindest im Regelfall – besonders aktionärsfreundlich ist und alles daran setzen wird, seinen Geldgebern auch künftig eine angemessene Rendite zukommen zu lassen. Zudem ist davon auszugehen, dass eine hohe Dividendenrendite nicht nur ein gewisses „Risikopolster“ für den Fall einer allgemeinen Börsenschwäche darstellt, sondern dem Wert in einer Aufschwungphase auch ein überdurchschnittliches Kurspotenzial nach oben gibt.

Eine Garantie für einen guten Wertzuwachs kann allerdings auch eine solche Strategie nicht bieten. Wenn eine Börse massiv einbricht, wird der Anleger ebenso Verluste erleiden wie in Fällen, in denen ein zunächst dividendenstarker Wert durch einen unerwarteten Gewinneinbruch in die Schlagzeilen gerät.

Zum Jahreswechsel erfolgte eine neuerliche Überprüfung der Depotzusammensetzung. Nicht mehr mit dabei sind jetzt die Aktien von MerckundRWE, während die Papiere von der Deutschen Lufthansa undBMW neu in die Musterrechnung aufgenommen wurden. Damit setzt sich das Depot nunmehr aus den in der unten stehenden Tabelle aufgeführten 12 Wertpapieren zusammen.

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2015; 40(02):13-13