Dr. Christine Ahlheim
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler (CSU) hat im Interview mit der „Welt“ angekündigt, dass sie für eine gesetzliche Regelung sorgen will, durch die mehr Menschen als bisher Cannabis als Medizin bekommen können und die Kosten dafür von der Krankenkasse erstattet werden. Zugleich warnte Mortler eindringlich vor den Gefahren von Cannabis und kritisierte die Grünen, die den Menschen auf der einen Seite einen Veggie-Day vorschreiben und auf der anderen Seite eine nachweislich schädliche Substanz wie Cannabis legalisieren wollten.
Obwohl die Belieferung eines Rezepts durch eine öffentliche Apotheke am Tag der Einlösung die Regel ist, macht eine Versandapotheke damit von sich reden, dass sie in Berlin genau das gleiche anbietet. Der Logistikdienstleister DHL Paket holt die Rezepte bei den Kunden ab, übergibt sie der Berliner Versandapotheke Aponeo und stellt dann die Medikamente am selben Tag zu. Wie groß die Nachfrage ist und wie sich die Gewinnsituation bei der Aponeo-DHL-Kooperation darstellt, wird die Zukunft zeigen.
Erstaunlich, welch absurde Vorstellungen man offenbar in Gewerkschaftskreisen vom Apothekenwesen hat. So behauptete der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Reiner Hoffmann im Interview mit dem Deutschlandfunk allen Ernstes, das „Apothekermonopol“ – was immer er darunter versteht – sei neben der steuerlichen Privilegierung von griechischen Reedern schuld an der wirtschaftlichen Situation in Griechenland...
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat es in einer Stellungnahme zum ersten Entwurf eines „Gesetzes für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“ als problematisch bezeichnet, dass nicht der Patient darüber entscheidet, wer den Medikationsplan für ihn anlegt. Da viele Patienten keinen Hausarzt mehr hätten oder möglicherweise einen anderen Arzt oder ihren Apotheker mit der Erstellung des Medikationsplans betrauen wollten, müsse der Patient selbst entscheiden können, „wem er vertraut und welche Leistungserbringer ihn unterstützen sollen“.
Eine ganzseitige Anzeige der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit dem Text „Wenn Nähe zum Fremdwort wird..., ist das geplante Versorgungsstärkungsgesetz daran schuld“, hat zu heftigen Reaktionen der Regierungskoalition geführt. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe warf der KBV „Panikmache“ und „bewusste Fehlinformation“ vor. Die KBV kritisiert am Gesetzentwurf vor allem, dass Kassenpatienten innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin zugewiesen bekommen müssen und dass Arztpraxen in überversorgten Gebieten aufgekauft werden sollen, wenn der Inhaber in den Ruhestand geht.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2015; 40(04):2-2