Claudia Mittmeyer
Diebstähle durch Kunden und Mitarbeiter verursachen den Unternehmen jährlich Verluste in Milliardenhöhe. So betrugen im vergangenen Jahr nach An- gaben des Kölner EHI Retail Institute allein die Inventurdifferenzen im deutschen Einzelhandel rund 3,9 Mrd. €. Der Großteil in Höhe von ca. 2,1 Mrd. € war dabei auf Ladendiebstähle zurückzuführen, knapp 900 Mio. € gingen auf das Konto von „Langfingern“ innerhalb der Belegschaft.
Betroffen von der Problematik sind nicht nur große Unternehmen. Auch kleinere Betriebe wie Apotheken mit einer überschaubaren Zahl an Mitarbeitern, wo jeder jeden kennt, sind davor nicht gefeit. Da der Apotheke durch unehrliche Kunden und Mitarbeiter ein beachtlicher wirtschaftlicher Schaden entstehen kann, lohnt es sich, über präventive Maßnahmen nachzudenken (siehe unseren Beitrag in der aktuellen AWA-Ausgabe).
Zum einen empfiehlt es sich, den Mitarbeitern gegenüber zum Ausdruck zu bringen, dass man Wert auf Ehrlichkeit und Integrität legt. Zum anderen sollten gemeinsam mit ihnen Strategien entwickelt werden, um Diebstählen durch Kunden vorzubeugen. Eine sorgfältige Kontrolle der Betriebsabläufe trägt zudem dazu bei, es „Langfingern“ schwer zu machen.
Wichtig ist, bei den Mitarbeitern die Gratwanderung zwischen Vertrauen und angemessener Kontrolle zu schaffen. So sollte man ihnen keinesfalls das Gefühl vermitteln, unter Generalverdacht zu stehen. Allerdings darf man auch nicht zu vertrauensselig sein und muss klarstellen, wo die Grenzen liegen und dass ein Überschreiten dieser Grenzen nicht toleriert wird.
Claudia Mittmeyer
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2015; 40(20):2-2