Prof. Dr. Reinhard Herzog
Auch wenn die nackten Umsatz- und Verordnungszahlen klar positive Signale aussenden, wie auch unsere diesjährige Auswertung des Arzneiverordnungs-Reports 2015 zeigt: Die fetten Jahre sind für viele Apotheken erst einmal vorbei, soweit es sie überhaupt jüngst noch gegeben hat.
Honorarträume? Die großen sind einstweilen ausgeträumt, vielleicht gibt es ein paar Trostpflaster in Form angepasster Gebühren oder gar Rezepturzuschläge. Neue Dienstleistungen als die künftige Arche Noah der Apotheken ins gelobte Land der Heilberufler? An diesem Rettungsboot muss noch kräftig gebaut werden, bisher sind selbst die Pläne lückenhaft. Somit heißt es im Wesentlichen auskommen mit den bisherigen Stückerträgen, die aber im europäischen Vergleich gar nicht so schlecht ausfallen.
Viel entscheidender ist, dass auf der Kostenseite keine Entlastung in Sicht ist, im Gegenteil. Eine konsequente Entbürokratisierungsinitiative wird nicht einmal von der eigenen Standesführung unterstützt – erstaunlich! Personalmangel zwingt etliche Kollegen, spürbar tiefer in die Tasche zu greifen. Mieten steigen in guten Frequenzlagen spürbar, viele Lieferanten und Dienstleister halten kräftig die Hand auf.
Abseits aller akademischen Zukunftsdiskussionen sind Sie – Heilberuf hin oder her – eben doch als Kaufmann gefragt, wollen Sie nicht zugunsten der „reinen Lehre“ wirtschaftlich ins Hintertreffen geraten. Machen Sie mit uns das Beste daraus!
Herzlichst,
Ihr Dr. Reinhard Herzog
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2015; 40(21):2-2