AWA-Rückblick

Nachrichten in aller Kürze


Prof. Dr. Reinhard Herzog

Mit einer guten Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2016 kann die Stada in der Auseinandersetzung mit aktionistischen Aktionären punkten: Der ausgewiesene Konzernumsatz stieg um 1 % (bereinigt um 4 %), das bereinigte EBITDA erhöhte sich um 7 % und der bereinigte Konzerngewinn nahm um 13 % zu. Künftig soll das Generika-Geschäft verstärkt in Wachstumsmärkte mit attraktivem Risiko- und Ertragsprofil expandieren. Zugleich sollen erfolgreiche Markenprodukte stärker internationalisiert werden.

Die Versicherten wünschen sich Versorgungssicherheit bei Arzneimitteln. So ergab eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag des BPI, dass es für gut 40 % der Erwachsenen in Deutschland ein Grund wäre ihre Kasse zu wechseln, wenn diese für ein Medikament zur Behandlung einer chronischen Erkrankung nur mit einem einzigen Hersteller einen „Liefervertrag“ abgeschlossen hätte.

Die umstrittenen Anwendungsbeobachtungen (AWBs) sind für den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach eine „legale Form der Korruption“ und sollten verboten werden. Hintergrund sind aktuelle Recherchen von NDR, WDR, Süddeutscher Zeitung und dem Recherchebüro Correctiv, nach denen 2015 deutlich mehr AWBs initiiert wurden, als der Verband forschender Arzneimittelhersteller (VfA) angegeben hatte.

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2016; 41(16):2-2