Prof. Dr. Reinhard Herzog
Enorme Zuwächse wies 2015 der Markt der Nahrungsergänzungsmittel (NEM) auf – das zeigt ein aktueller Report von IMS Health. Danach stieg die Nachfrage nach NEM gegenüber dem Vorjahr um 11,8 % auf 153 Millionen Packungen im Wert von 1,1 Mrd. € zum effektiven Verkaufspreis (+ 9,1 %).
Dabei greifen Frauen häufiger aus eigenem Antrieb zu NEM als Männer: 25 % der weiblichen und 18 % der männlichen Bevölkerung nehmen regelmäßig Vitamin- oder Mineralstoffprodukte ohne ärztliche Empfehlung ein. Mit Abstand am meisten Umsatz wird mit Magnesiumprodukten erzielt: 2015 waren es rund 209 Mio. €. Auf Platz zwei und drei des Umsatzrankings folgen Calcium- (103,4 Mio. €) und Eisenpräparate (86,3 Mio. €). Die höchsten Umsatzsteigerungen konnten 2015 Vitamin-A- und Vitamin-D-Produkte (Mono- und Kombinationspräparate) und die Gruppe der reinen B-Vitamine verbuchen.
69 % des NEM-Umsatzes landen in der Offizin
Sowohl nach Umsatz als nach Absatz sind die Vor-Ort-Apotheken die am meisten genutzte Bezugsquelle für NEM. Beim Absatz folgen die Drogeriemärkte (34 % Anteil) dicht auf die Apotheken (37 %), rund ein Viertel der Packungen wird bei Discountern, Verbrauchermärkten und im Lebensmitteleinzelhandel gekauft. Beim Umsatz ist die öffentliche Apotheke mit 69 % Marktanteil Spitzenreiter. Auf Versandapotheken entfallen 6 % der Packungen und 12 % des Umsatzes.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2016; 41(22):3-3