Editorial

Da geht die Post nicht ab!


Dr. Michael Brysch

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Post sorgt derzeit für einiges Aufsehen: Aus Kostengründen werden viele Briefkästen unter der Woche mittlerweile nur noch vormittags, an Sonn- und Feiertagen sogar teils gar nicht mehr geleert. Darauf nahm die „Süddeutsche Zeitung“ am 19.01. Bezug: Zu lesen war hier, dass das Grundgesetz „allen Bürgern eine flächendeckende und ausreichende Versorgung mit Postdiensten“ garantiere und die Post daher „täglich von Montag bis Samstag“ Briefe zustellen müsse. Derzeit indes reize sie den ihr „verbliebenen Spielraum zum Nachteil der Kunden“ aus.

Nun verteilen wir Apotheker keine Briefe, sondern stellen vielmehr nach §1 Apothekengesetz die „ordnungsgemäße Arzneimittelversorgung der Bevölkerung“ sicher. Die Verantwortung, die uns dabei obliegt, ist, da es um Leben und Tod gehen kann, ungemein höher. So gebietet uns unser Berufsethos (ebenso wie hoffentlich unsere eigene Überzeugung), immer für unsere Patienten da zu sein – im Notdienst auch durchgehend während der Nacht sowie an Sonn- und Feiertagen. Eventuelle Spielräume können und wollen wir nicht zum Nachteil unserer Patienten ausreizen. Betroffen von Kosteneinsparungen sind deswegen in erster Linie unser Personal und wir selbst – bis hin zur Selbstausbeutung und -aufgabe. Wollen wir deswegen hoffen, dass uns der gesetzliche Rahmen – Stichwort z.B. Honorargutachten – nicht noch weiter dazu zwingt.

Wie immer wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre: Vielleicht finden Sie ja in diesem AWA wieder nützliche Ratschläge, die Ihnen helfen, auch anderweitig Kosten einzusparen?

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Dr. Michael Brysch

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2018; 43(03):2-2