Prof. Dr. Reinhard Herzog
Das E-Rezept hat Ladehemmungen – die Papierindustrie freut es:
Nehmen wir an, 90% aller bisherigen Muster-16-Rezepte (nur GKV, Privatrezepte außen vor) würden 2023 auf DIN A4 mit QR-Code gedruckt. Welchem Papier-Mehrverbrauch (in Tonnen) würde das in etwa entsprechen?
Lösung des Rätsels aus dem letzten AWA 21/2022:
Ausgehend von 12,5% Gesundheitskostenanteil am BIP sollen die Kosten um 5% weiter steigen, während die Wirtschaft um 1% schrumpft, und das bei 8% Inflation. Auf den ersten Blick würde man sagen, die Kosten steigen schneller als die Wirtschaft wächst, der Anteil muss also deutlich steigen. Leider daneben! Denn das BIP-Wachstum wird fast immer real inflationsbereinigt berichtet, während die Kostenanstiege typischerweise so angegeben werden, wie sie sich in Euro und Cent (bzw. eben prozentual) verändert haben. Die Wirtschaft ist also tatsächlich um rund 7% (exakt 6,92%, oder als Indexwert 0,99 mal 108) nominal in Euro gewachsen, die Gesundheitsausgaben hingegen nur um 5% gestiegen. Ihr Anteil am BIP ist also sogar auf knapp 12,3% (105 / 106,9 x 12,5%) zurückgegangen!
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2022; 47(22):2-2