Aktuell

AWA-Rückblick: Nachrichten in aller Kürze


Dr. Christine Ahlheim

  • Seit 1. September ist das neue Gesetz zur Patientenverfügung in Kraft. Es sieht u.a. vor, dass Patienten sich explizit zu einer von ihnen nicht gewünschten ärztlichen Behandlung äußern müssen. Für die Ärzte sind die Patientenverfügungen – sofern korrekt erstellt – verpflichtend.
  • Im Gegensatz zu Bundeskanzlerin Angela Merkel hält der bayerische Gesundheitsminister – und Aspirant auf ebendieses Amt im Bund – Markus Söder eine grundlegende Überarbeitung des Gesundheitsfonds für notwendig. Viel mehr als der Name wird nach der von Söder in der Süddeutschen Zeitung geforderten Reform vom Fonds allerdings nicht mehr übrig bleiben: Der Einheitsbeitrag soll fallen und die Krankenkassenbeiträge aus einer Region sollen für die medizinische Versorgung der Menschen in dieser Region ausgegeben werden.
  • Die Ärzteschaft erfreut sich derzeit eines regen medialen Interesses – allerdings leider nicht aufgrund he­r­aus­ragen­der medizini­scher Leistungen. Thema Nummer eins sind die „Fangprämien“, die Ärzte für die Überweisung von Patienten an bestimmte Kliniken erhalten haben. Darüber hinaus sorgen die Ärztehonorare wieder einmal für Aufmerksamkeit. Wurde noch unlängst seitens der Ärzteschaft die Einkommenssituation beklagt, so verweist nun die Barmer Ersatzkasse darauf, dass die Honorarreform den Ärzten die höchste Steigerung der Gesamtvergütung seit Bestehen der ärztlichen Selbstverwaltung beschert hat und sie durchschnittlich sechs- bis sieben­mal soviel verdienen wie GKV-Mitglie­der. Als i-Tüpfel­chen wurde jetzt auch noch publik, dass in den Skandal um unrechtmäßig erwor­be­ne Doktortitel zahlreiche Me­diziner verstrickt sind.
  • Menschen mit höherem Bildungsgrad sind seltener krank. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Barmer Ersatzkasse. Danach liegt die Krankenquote bei Akademikern bei 29 %, bei Versicherten ohne abgeschlossene Berufsausbildung hingegen bei 37 %.
  • Die AOK hat ihre vierte Ausschreibungsrunde für Arzneimittel-Rabattverträ­ge über 87 Wirkstoffe gestartet. Bis 12. Oktober 2009 können Pharmahersteller entsprechende Angebote für die europaweite Ausschreibung einreichen.
  • Die Mehrheit der Deutschen will sich im Herbst nicht gegen die „Schweinegrippe“ impfen lassen – das zeigt eine repräsentative Bevölkerungsumfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der DAK. Danach wollen sich nur 14% der Befragten „ganz sicher“ impfen lassen, 33% „wahrscheinlich nicht“ und 29% „auf keinen Fall“.

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2009; 34(18):2-2