Dr. Christine Ahlheim
- Die Mehrkostenregelung sorgt für reichlich Furore. So riet Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband, via Bild-Zeitung davon ab, die Regelung zu nutzen, und empfahl den Patienten, lieber das Ersatzmedikament auszuprobieren. Bei Unverträglichkeit solle man zum Arzt gehen, der könne „auf dem Rezept ankreuzen“, dass das gewohnte Mittel ohne Aufpreis erstattet werde.
- Wenig begeistert von diesem Ratschlag zeigte sich indes KBV-Vorstand Carl-Heinz Müller: Die Ärzte müssten dann doppelt verschreiben und damit ihr Budget belasten. Am einfachsten sei, wenn Ärzte nur noch den Wirkstoff verordneten und dieser größer als der Markenname auf der Packung stehe.
- Die Gehälter der Chefärzte in deutschen Krankenhäusern sind nach einer Untersuchung der Managementberatung Kienbaum im vergangenen Jahr leicht gesunken und liegen nun im Durchschnitt bei jährlich 257.000 €.
- Auf wenig Gegenliebe in der eigenen Fraktion stieß der FDP-Bundestagsabgeordnete Lars Lindemann mit seinem – durchaus exotisch anmutenden – Vorschlag, dass Patienten in Regionen mit Ärztemangel die Rechnungen zunächst selbst bezahlen sollten. Die Patienten bekämen dann die Kosten zu 100% von ihrer Krankenkasse erstattet; da Obergrenzen für Behandlungen und Bezahlung durch die Kassen entfielen, könnten die Ärzte in solchen Regionen mehr verdienen.
- Die AOK Bayern muss Ausgleichsbeiträge in Höhe von 91 Mio. € zurückzahlen, die sie für 2009 wegen der Einführung des Gesundheitsfonds zu viel erhalten hat – das entschied das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen in einem Eilverfahren. Der AOK sei bekannt gewesen, dass die Zahlungen auf unsicherer Basis erfolgt seien und es im Jahresausgleich ggf. eine Korrektur geben werde.
- Die Hausärzte schnitten im Gesundheitsbarometer 2010 im Vergleich zu anderen Akteuren im Gesundheitswesen am besten ab: Sie erhielten nach einem Bericht des Patientenmagazins HausArzt insgesamt 92% positive Bewertungen.
- Einen stärkeren staatlichen Einfluss auf die Honorare der Kassenärzte forderte der bayerische Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) im Spiegel. Die Bundesregierung sollte die Rahmenbedingungen für die Honorare durch Rechtsverordnung festlegen können, da die bisherigen Honorarreformen der Kassenärztlichen Vereinigungen „völlig verkorkst“ gewesen seien.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2011; 36(02):2-2