AWA-Rückblick

Nachrichten in aller Kürze


Claudia Mittmeyer

Die Kooperation zwischen DrEd und dem Apothekenverbund Ordermed zum Vertrieb der „Pille danach“ hatte nur wenige Tage Bestand, bis sie aufgrund des Widerstands innerhalb der Apothekerschaft – so Ordermed-Chef Markus Bönig – sowie aus der Politik wieder beendet wurde. Das Modell sollte es Frauen ermöglichen, ein Privatrezept bei dred.com online zu ordern und die „Pille danach“ kurzfristig von einer Ordermed-Apotheke zu erhalten.

Beim Stuttgarter Pharmagroßhändler Celesio träumt man trotz des DocMorris-Desasters weiterhin von Apothekenketten: Nach einem Bericht der WirtschaftsWoche plant Celesio-Vorstand Stephan Borchert eine europäische Apothekenkette unter dem Markennamen Lloyds. Bis zum Jahresende sollen in Europa 100 Pilotapotheken unter der Dachmarke Lloyds firmieren, zwei davon sollen Ende Oktober in Hamburg-Poppenbüttel und in Ingolstadt eröffnen.

DocMorris hat auch mit seiner Freundschaftswerbung, bei der für einen neuen Kunden ein Hotelgutschein von rund 150€ bzw. eine einjährige ADAC-Mitgliedschaft winkt, kein Glück: Die Apothekerkammer Nordrhein hat eine einstweilige Ver­fügung gegen die niederländische Versandapotheke erwirkt, durch die entsprechende Werbemaßnahmen untersagt werden.

Knapp vier Wochen nach den Landtagswahlen in Bayern präsentierte Horst Seehofer sein neues Kabinett. Bayerische Gesundheitsministerin ist Melanie Huml, die bislang Staatssekre­tärin für Umwelt und Gesundheit war. Die 38-jährige Ärztin aus Oberfranken ist neben Gesundheit auch für Pflege zuständig. Ihr Amtsvorgänger Marcel Huber ist nunmehr Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz.

Jedes Jahr könnten im deutschen Gesundheitssystem rund 19 Mrd.€ (und damit 6% der ge­samten Gesundheitsausgaben) eingespart werden, wenn Medikamente richtig verordnet und eingenommen würden – so eine Studie des Marktforschungsin­stituts IMS Health. Das größte Einsparpoten­zial liegt laut IMS Health bei der mangelnden Therapietreue: Knapp 13 Mrd.€ Kosten fallen im Jahr durchschnittlich an, weil Patienten Medikamente nicht wie vom Arzt verordnet einnehmen, sie vergessen oder die Einnahme abbrechen.

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2013; 38(20):3-3