Kreditkarten

Mit Prepaid in Sicherheit


Prof. Dr. Reinhard Herzog

Mit der erweiterten Akzeptanz von Kreditkarten steigen auch die Risiken: So erreichte der Missbrauch von Kreditkarten 2013 neue Rekordwerte. Mit einer Prepaid-Kreditkarte – der Name ist eigentlich ein Widerspruch in sich – lassen sich die Risiken jedoch begrenzen.

Vielseitige Verwendung

Bei den Einsatzmöglichkeiten gibt es nur wenige Einschränkungen gegenüber klassischem Plastikgeld: Die Karten eignen sich zum bargeldlosen Zahlen vor Ort und im Internet bei allen Anbietern mit entsprechendem Kartenlogo. Bargeldverfügungen sind weltweit an mehreren Mil­lionen Geldausgabeautomaten möglich und bei einigen Anbietern wird das Kartenguthaben sogar verzinst. Einschränkungen gibt es nur dann, wenn die Akzeptanzstelle z.B. eine Kaution auf dem Kartenkonto sichern will, wie dies etwa bei der Anmietung eines Fahrzeugs der Fall ist. Zwingend erforderlich ist zudem die elektronische Online-Anbindung der Akzeptanzstelle.

Mittlerweile interessieren sich auch immer mehr Erwachsene für Prepaid-Kreditkarten, ohne dass z.B. Bonitätsfragen eine Rolle spielen. Wer etwa gerne via Internet bei mehr oder minder unbekannten ausländischen Händlern einkauft, ist einerseits meist auf die Verwendung einer Kreditkarte angewiesen. Andererseits läuft er damit Gefahr, dass die Kartendaten in falsche Hände geraten und – möglicherweise erst nach Monaten oder gar Jahren – missbraucht werden. Wird dann ein Kartenkonto mit hohem Kreditrahmen geplündert, kann es oft schwierig und vor allem zeitaufwendig sein, Schadensersatz zu erhalten. Verbunden ist damit zudem in der Regel eine Kartensperre, was während einer Urlaubsreise fatale Folgen haben kann. Wer indes für Internet-Einkäufe bei solchen Anbietern eine Prepaid-Karte mit niedrigem Guthaben einsetzt, geht wesentlich geringere Risiken ein.

Gleiches gilt auf Reisen, wenn z.B. beim abendlichen Stadtbummel aus Sicherheitsgründen weder Bargeld noch klassische Kreditkarten mit ihrem hohen Verfügungsrahmen mitgeführt werden sollen: Eine Prepaid-Karte mit geringem Guthaben eignet sich zum Bezahlen des Essens und (oft auch) für die Taxifahrt, das Missbrauchs­risiko ist begrenzt.

Die Aufladung einer Prepaid-Kreditkarte erfolgt vorzugweise mittels Überweisung, wobei der angewiesene Betrag nach meist einem, maximal aber drei Tagen zur Verfügung steht. Transaktionen lassen sich problemlos online einsehen, auch die Kommunikation mit dem Emittenten erfolgt in der Regel via Internet. Im Übrigen können auch Zusatzkarten, z.B. für den Partner, beantragt werden, deren Abrechnung dann über dasselbe Konto erfolgt.

Zumindest im ersten Jahr sind viele Prepaid-Kreditkarten kostenfrei, danach werden häufig zwischen 20€ und 30€ Jahresgebühr verlangt. Gänzlich kostenlos ist u.a. die VISA Prepaid der Wüstenrot Bank oder die Fidor Smart Prepaid MasterCard der Fidor Bank, für die allerdings bei Ausstellung 24€ Einmalgebühr verlangt wird. Bei einigen Karten sind – und das erscheint besonders interessant – weltweit eine bestimmte Anzahl von Bargeldabhebungen völlig kostenfrei möglich (z.B. PAYBACK VISA Prepaid Karte), manchmal werden auch Guthabenverzinsungen geboten. Die maximale Haftung im Missbrauchsfall beträgt bis zur Verlustmeldung zwischen 0€ und 150 € (Ausnahme: fahrlässiges Handeln), die meisten Karten nehmen auch an den einschlägigen Sicherungsverfahren (z.B. 3D-Secure-Verfahren) teil, die einen Missbrauch ausschließen sollen.

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2014; 39(14):16-16