AWA-Rückblick

Nachrichten in aller Kürze


Claudia Mittmeyer

Im Vorfeld des Deutschen Apothekertages 2014 in München kündigte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt gegenüber Fach- und Publikumspresse an, dass die Apotheker verhindern wollen, „dass gefälschte Arzneimittel über die Apotheke in die Hände von Patienten gelangen können“. Dazu forderte er u.a., dass der Gesetzgeber die verpflichtende Importquote in der GKV-Versorgung streichen solle.

Das Thema Arzneimittelfälschungen ist ohnehin en vogue: Manipulationen an hochpreisigen Zytostatika waren Thema beim jüngsten „Tatort“ aus Münster. Sowohl beim Täter als auch bei einem der Mordopfer handelte es sich um Krankenhausapotheker, wobei der eine die Zytostatika verdünnte und der andere bei der Aufdeckung mithalf.

Nachdem CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn nach der letzten Bundestagswahl bei der Vergabe der Posten (weitgehend) übergangen wurde, will er es jetzt noch einmal wissen: Bei der im Dezember anstehenden Neuwahl für das CDU-Präsidium kandidiert er für einen der sieben Plätze und hat sich dafür die Unterstützung der Jungen Union und der Mittelstandsvereinigung gesichert. Da es allerdings acht Bewerber gibt, könnte Spahn auch dieses Mal leer ausgehen.

Während die Leistungen der Apotheker seitens der anwesenden Politiker beim Deutschen Apothekertag deutlich gelobt wurden, waren die konkreten finanziellen Zusagen eher dünn gesät. BtM-Gebühr und Rezepturzuschläge sollen wohl bald bei der Politik auf der Tagesordnung stehen, und die für die Nacht- und Notdienste zugesagten 120 Mio.€ sollen vollständig ausgezahlt und nicht wie befürchtet unterschritten werden.

Zwei bereits beim letzten Apothekertag heiß diskutierten Anträgen war auch in diesem Jahr kein Glück beschieden: Abgelehnt wurde der Antrag der AK Nordrhein, dass die ABDA bis zum nächsten Apothekertag weiterführende Informationen über eine Mitgliedschaft der Apotheker beim G-BA bereitstellen sollte, zurückgezogen wurde der ebenfalls von der AK Nordrhein stammende Antrag, den ABDA-Präsidenten zukünftig durch die Delegierten wählen zu lassen.

Rund 80.000 Menschen in Deutschland sind immer noch ohne Krankenversicherung – das berichtet die „Berliner Zeitung“ unter Berufung auf eine Stellungnahme der Bundesregierung für den Gesundheitsausschuss des Bundestages. Demnach haben bis zum Stichtag 31. August 2014 nur etwa 55.000 von circa 137.000 Betroffenen ein Angebot für eine Entlastung von Beitragsschulden genutzt, wonach Beitragsschuldnern, die in die Krankenversicherung zurückkehren, Krankenkassenbeiträge sowie Säumniszuschläge erlassen werden können.

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2014; 39(19):2-2