Prof. Dr. Uwe May
Die nachfolgenden Marktdaten von IMS Health stellen die Entwicklung des Apothekenmarktes in Deutschland im Jahr 2014 dar. Die Umsatzdaten beziehen sich auf Endverbraucherpreise und beruhen ebenso wie die Mengenangaben auf Apothekenabverkäufen.
Im Markt rezeptpflichtiger Arzneimittel wurde mit dem Verkauf von 719,3 Mio. Packungen ein Umsatz von 38,534 Mrd. € erzielt. Sowohl Umsatz als auch Absatzmenge liegen damit über dem Vorjahresniveau. Dabei sind ein Umsatzplus von 6,7 % sowie ein Absatzplus von 1,5 % zu verzeichnen.
Mit Blick auf den Markt verordneter rezeptfreier Arzneimittel in der Apotheke ergibt sich ein deutlich anderes Bild als im Vorjahr: Das in der Vergangenheit – mit Ausnahme des Jahres 2013 – regelmäßig rückläufige Segment legte bezogen auf den Umsatz zu. Bezogen auf den Absatz war jedoch ein Rückgang zu verzeichnen. Das Umsatzvolumen von 1,381 Mrd. € ging mit dem Absatz von 127,9 Mio. Packungen einher. Dahinter stehen Veränderungsraten von +1,5 % beim Umsatz und –2,7 % beim Absatz.
Im Hinblick auf die Selbstmedikation unterscheiden sich die prozentualen Wachstumsraten in der Offizin und bei der Internetbestellung deutlich. Im klassischen Selbstmedikationsgeschäft der Apotheken war mengenmäßig ein Rückgang um 2,2 % gegeben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Apotheken im Vorjahr überproportional von den Erkältungs-Käufen profitierten. Dem Mengenrückgang stand ein leichter Umsatzanstieg um 1,2 % gegenüber. Hervorstechend war ein Wachstumsplus von mehr als 20 % bei den Entwöhnungsmitteln, insbesondere bei den Nikotinersatzpräparaten. Absolut betrachtet wurden im Handverkauf der Apotheken 5,207 Mrd. € Umsatz mit dem Absatz von 622,9 Mio. Packungen erzielt.
Im OTC-Versandhandel nahm die Zahl der versendeten OTC-Packungen (+8,6 %) parallel mit dem damit erzielten Umsatz (+11,9 %) deutlich zu. Die Analyse im mehrjährigen Verlauf zeigt, dass die Marktentwicklung des OTC-Versands geringeren Schwankungen als das entsprechende Geschäft am HV-Tisch unterworfen ist, da die saisonalen Effekte durch Erkältungswellen naturgemäß weniger durchschlagend sind. Als Folge des Wachstums stieg der Versandhandelsanteil im vergangenen Jahr von 12 % auf 13 % am Umsatz des gesamten rezeptfreien Marktsegments.
Für 2015 zeichnet sich ab, dass die Marktentwicklung insbesondere im OTC-Segment erneut von einer außergewöhnlichen Grippewelle geprägt wird. Der Umsatz von Erkältungsprodukten in öffentlichen Apotheken lag im Februar 2015 rund ein Drittel über dem Monatsdurchschnitt der vergangenen drei Jahre und überstieg sogar den Februar 2013.
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Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2015; 40(07):7-7