AWA-Rückblick

Nachrichten in aller Kürze


Claudia Mittmeyer

Die Bestellterminals der Apotheke Zur Rose in den dm-Märkten gehören der Vergangenheit an: Da die Kunden sie zu wenig nutzten, wurden sie zwischenzeitlich abgebaut. Weiterhin möglich ist aber eine Abholung der telefonisch, online oder per Post bestellten Medikamente.

Gelder in Höhe von 1,3 Mio. € konnten Spezialisten der DAK-Gesundheit im vergangenen Jahr durch erfolgreiche Rückforderungen aufgrund von erfundenen Behandlungen, gefälschten Rezepten und manipulierten Rechnungen eintreiben. Im Einzelnen handelte es sich um folgende Bereiche: Heilmittel (392.000 €), Arznei- und Verbandmittel (247.000 €), Pflege (211.000 €), Ärzte (120.000 €), Hilfsmittel (96.000 €), Zahnärzte (65.000 €) und Krankentransporte (35.000 €). Geldrückflüsse aus der routinemäßigen Abrechnungsprüfung sind hierin nicht enthalten.

Patienten, die sich eine Stammapotheke suchen und ihre Rezepte nur dort einlösen, halten sich besser an ihre Therapie als jene, die wechselnde Apotheken nutzen. Das berichtet die „Apotheken Umschau“ unter Berufung auf Wissenschaftler der Universität Pittsburgh (USA). Auch das Risiko für Wechselwirkungen sei geringer. Die Forscher hatten die Daten von mehr als 1,5 Millionen Patienten ausgewertet.

Wegen unerlaubter Abgabe verschreibungspflichtiger Betäubungsmittel und wegen Betrugs wurde ein Frankfurter Apotheker vom Landgericht zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt, zudem wurde ein Berufsverbot verhängt; nun hat der Bundesgerichtshof das Urteil bestätigt. GKV-Versicherte erhielten anstelle der ihnen ärztlich verordneten Arzneimittel Gutschriften und konnten diese gegen freiverkäufliche Waren oder Rohypnol-Tabletten einlösen.

Je nach parteipolitischer Ausrichtung wird die Entlassung der „Pille danach“ aus der Rezeptpflicht immer noch unterschiedlich bewertet: Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) zeigte sich besorgt über Berichte, nach denen der Verkauf von Notfallkontrazeptiva nach dem OTC-Switch deutlich angestiegen sei, und warnte vor einem sorglosen Umgang damit. Dagegen wies die baden-württembergische Gesundheitsministerin Karin Altpeter (SPD) darauf hin, dass sich in anderen Ländern, wo Rezeptfreiheit bestehe, kein fahrlässiger Umgang mit dem Arzneimittel gezeigt habe.

Die Niedrigzinsphase hat die deutschen Sparer in den vergangenen fünf Jahren rund 190 Mrd. € und damit pro Einwohner durchschnittlich mehr als 2.300 € gekostet – so eine Studie der genossenschaftlichen DZ Bank. Dem stehen allerdings Einsparungen durch günstigere Kreditzinsen gegenüber, die die Verluste aber bei Weitem nicht ausgleichen können.

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2015; 40(08):3-3